| Erschienen in Ausgabe: No 54 (8/2010) | Letzte Änderung: 05. September '11 |
„Ich besah für mich Menzels architektonische Hefte und bedauerte, daß er nicht in die friedliche Zeit von Hirschfeld und andren Gartenfreunden gekommen sey, wo ein tiefer Friede den Menschen Mittel und Muße gab, mit ihrer Umgebung zu spielen.“
von Stefan Groß
Die
Frage nach der Gartenkunst, ihrem künstlerischen Wert ist nicht nur heute immer
wieder Thema, mit dem sich Künstler und Auftraggeber gleichermaßen auseinandersetzen,
sondern diese spielte bereits vor 200 Jahren eine besonders zentrale Rolle innerhalb
des ästhetischen Diskurses. Viel wurde in Künstlerkreisen, aber auch bei
Philosophen, über die Stellung der Gartenkunst in der Welt der Kunst, in der
sogenannten Debatte über eine Hierarchisierung der einzelnen Kunstgattungen,
diskutiert. Auch Johann Wolfgang Goethe und der Weimarer Kreis, bereits zuvor ist
es der Darmstädter Kreis der Empfindsamen gewesen, waren intensiv in dieses Gespräch
mit der Kunst eingebunden, stellten sich wie viele Gartenliebhaber in ganz Europa
die Frage: Ist die Gartenkunst eine Kunst, hat sie künstlerischen Wert oder
nicht? Mit dieser Frage, mit der Frage nach der Stellung der Gartenkunst in der
Hierarchie der Künste, fiel letztendlich auch die Legitimation bzw.
Nichtlegitimation dieser Gattung.
Vor dem späten 18. Jahrhundert war die Frage nach der
Gartenkunst, nach ihrer ästhetischen Bedeutung und Funktion, eher sekundär
geblieben, man feierte sie in Naturhymnen und in der Liebeslyrik, doch im
akademischen Diskurs war sie selten Thema.[1] So
verwundert es nicht, daß sie zwar als praktische Liebhaberei bereits im alten
Ägypten, in der Antike, im Mittelalter, im Barock und in der Renaissance immer
wieder Gegenstand künstlerischen Interesses war, doch eine Theorie der
Gartenkunst an sich gab es nicht. Bis zu diesem Zeitpunkt sah man in ihr nur
eine Kunst des schönen Scheins, eine Kunst, die man eher dem produktiven Spiel
der Einbildungskraft zuordnete als dem Verstand und der Vernunft.
Diese, ihre zweitrangige Stellung, im Barock wurde sie
allenthalben und restlos der Architektur subordiniert, verlor sie erst durch
die – sich von den britischen Inseln auf Zentraleuropa ausbreitende – englische
Gartenkunst. Nunmehr – und für kurze Zeit – kam es am Ende des 18. Jahrhunderts,
in der Zeit von 1760-1800, zu ihrer Blütezeit. In diesen 40 Jahren führte die
Gartenkunst kurzzeitig die
Gattungshierarchie an,[2] sie war
in aller Munde, überall entstanden, nicht nur in Deutschland, Parks nach
englischem Vorbild.[3] Damit änderte sich
schlaglichtartig der Blick auf diese Gattung, die nunmehr in den Adelsrang
erhoben wurde. Es war es nicht mehr die Architektur, die die Gattungshierarchie
anführte, sondern der Landschaftsgarten.[4]
Eng damit verbunden sollte ihre Vorbildfunktion für
die übrigen „Bildenden Künste“ werden, denn diese sollten sich nun an der
Gartenkunst messen lassen. Was zu diesem Zeitpunkt aber immer noch fehlte, und
was eben für die Legitimation der Gattung wesentlich war, war ihre Theoriefähigkeit,
denn im Unterschied zu den „etablierten“ Künsten, wie der Malerei, der Architektur
und der Bildhauerei, konnte sie mit einer solchen noch nicht aufwarten.
Mit der Suche nach dieser Theorie, nach einer spezifischen
Gartenästhetik also, war auch die Stunde der Gartenliteratur und -philosophie gekommen.
Um die neue Gattung zu nobilitieren, mußte man sie auf Regeln und Maximen
zurückführen, auf objektive Prinzipien, die jeder Kritik standhielten. Ästhetische
Regularien mußten gesucht werden, um die praktische Gartenliebhaberei
wissenschaftlich zu rechtfertigen.
Nur wenn es gelang, der Gartenkunst jenes
Wissenschaftsfundament zugrunde zu legen, nur dann vermochte man sie nicht nur
mit den übrigen Künsten auf eine Stufe zu heben, sondern sogar den Versuch
unternehmen, sie über den anderen „Bildenden Künsten“ zu verorten. Die
Gartenkunst sollte nicht mehr zum Spielball werden, der man – von Seiten ihrer
Verächter vorwarf – nur eine Kunst auf unterem Niveau zu sein.
Um dazu eine wissenschaftliche Rechtfertigung zu
liefern, dafür war eine ganze Reihe von Ästheten und Philosophen angetreten,
der wohl in diesem Kontext berühmteste, der gar eine fünfbändige „Theorie der
Gartenkunst“ vorlegte, war Christian Cay Lorenz Hirschfeld (1742-1792). In
seiner „Theorie der Gartenkunst“ trat Hirschfeld entschieden für den Landschaftspark
nach englischem Vorbild ein; sein Werk war vom Geist der Aufklärung geprägt, in
einer verständlichen Sprache geschrieben und mit eingehenden praktischen
Beispielen versehen. Damit wurde es grundlegend für die weitere Entwicklung der
englischen Gartenkunst in Deutschland in den folgendenden Jahren. In strenger
Absetzung von der barocken Gartenästhetik, die als unnatürlich und unromantisch
abgelehnt wurde, trat der idealisierte, englisch-sentimentalische Landschaftsgarten.
Das Sentimentalische dabei war Ausdruck der Zeit, Stimmungsmoment und
elegisches Gefühl, pastorale Idylle.
Dieses Grundlagenwerk Hirschfels, das für die
Vorherrschaft der englischen Gartenkunst im Bildungskanon vehement eintritt,
hat Goethe gekannt. Dieses wird ihm aber auch zum Maßstab aller Kritik, die er
an der englischen Gartenkunst üben wird. Für Goethe bleibt es Zeit seines
Lebens ein engagiertes Projekt, ein Unternehmen, das mit Friedrich Schiller und
Heinrich Meyer immer wieder Gegenstand vieler Publikationen wird, auch nach der
Stellung der Gartenkunst in der Hierarchie der Künste zu fragen. Dabei zeigt
sich für ihn – im Unterschied zu Hirschfeld – daß eine Nobilitierung der
englischen Gartenkunst überhaupt nicht statt haben kann, noch aus den Prämissen
der Gartenkunstkunst zu rechtfertigen ist.
Dieser Befund verwundert, denn Goethe und das Thema
Gartenkunst sind auf den ersten Blick augenscheinlich gar nicht voneinander zu
trennen. Allzu bekannt ist sein Wohnhaus im Ilmpark, zu bekannt seine Lyrik und
Prosa, in der immer wieder Garten- und Landschafserlebnisse systematisch
verarbeitet werden. Auch nicht zu vergessen ist sein Roman Die Wahlverwandtschaften, in welchem er sich explizit mit dem Thema
der Gartenkunst auseinandersetzt.
Seine Annäherung und Auseinandersetzung mit der
Gartenkunst, dies wird bereits hier deutlich, gehen einen anderen Weg als ihn
Hirschfeld vorzeichnete. Anstatt eine Wirkungsästhetik zugrunde zu legen, die
die Wirkungen der Kunst auf das Gemüt des Menschen untersucht, die ihm also mittels
einer schönen Seele zu einer sittlichen Natur verhelfen will, tritt die Gehaltsästhetik,
die nicht von den Sinnen allein, sondern von einer Idee ausgeht, von einer
höheren Synthese, die allem Kunstschaffen vorangeht.
Bevor Goethe zu dieser klassischen Reife seiner
Denkanschauung kam, war der Stürmer und Dränger natürlich ein begeisterter
Gartenenthusiast, für den englische Gärten, so auch der Landschaftspark in
Gotha, Anziehungspunkte par excellence gewesen sind. Englische Parks waren
seinerzeit Pilgerorte schlechthin und das Sehnsuchtsziel vieler Literaten in Klassik- und Aufklärungszeiten. Denn dort
faszinierte sie die im Garten dargestellte idealisierte Natur; hier wurde die
Landschaft zur Landschaftsdichtung, hier fühlten sie sich Arkadien näher, hier
wurde die Landschaft zum verklärten Idealbild.[5]
Kunst und Natur gingen, ohne das ein steifes Joch sie dominierte, hier eine
Synthese sein, wie sie in dieser Form bislang unbekannt war.
Während es zu Goethes Kunstverständnis und zu seiner
Einschätzung der einzelnen Gattungen der „Bildenden Kunst“ hervorragende Arbeiten
gibt,[6] sucht
man nach einer Einordnung der Gartenkunst innerhalb der Kunsthierarchie in
seinem mannigfaltigen Werk sowie in der Sekundärliteratur vergebens.
Sicherlich, im dichterischen Werk
finden sich unendlich viele Verweise auf die Gartenkunst, ihre Rolle und
Bedeutung in und für die Gesellschaft und Geselligkeit des ausgehenden 18. und
beginnenden 19. Jahrhunderts, eine Schrift aus Goethes Feder, die sich eigens
dieser Thematik zuwendet aber fehlt.
Warum, so könnte man fragen, hat der Frankfurter
Dichter im Rahmen seiner Behandlung der Künste dieser Gattung keine
Aufmerksamkeit geschenkt, die in seiner Zeit so hoch im Kurs stand? Weshalb hat
er, dem es um Klassifizierung ging, diese weitgehend ausgeklammert? Hat er sich
nur einer Mode verweigert, oder ist diese Verweigerung selbst Zeichen für ein
anbrechendes und neues Kunstverständnis? Bei der Beantwortung der Frage nach
der Stellung der Gartenkunst innerhalb der Kunsthierarchie muß also mit den
Bruchstücken gearbeitet werden, die Goethe dazu liefert.
Die Kunst hat Goethes Leben nachhaltig geprägt. Von
Jugend an trat er in ein intensives Gespräch sowohl mit den Werken der
„Bildenden Kunst“ als auch mit den Künstlergestalten, die sich dahinter verbargen.[7] Das
verstärkte Interesse an den Werken der Kunst beginnt bereits im väterlichen
Elternhaus in Frankfurt, wo sich Goethe mit Hirt, Trautmann, Juncker u.a.
beschäftigt. In Dichtung und Wahrheit schreibt er: „Ich hatte von
Kindheit […] zwischen Malern gelebt und mich gewöhnt, die Gegenstände, wie sie,
in Bezug auf die Kunst anzusehen. [...] Das Auge war vor allen anderen das
Organ, womit ich die Welt faßte.“[8]
Vom bürgerlichen Realismus des Frankfurter
Elternhauses geprägt, ging Goethe später in Leipzig in die Schule des akademischen
Klassizismus von Adam Friedrich Oeser.[9] Zu
dieser Zeit stand er noch ganz unter dem Einfluß Winckelmanns, in dessen Philosophie
des Schönen sich das Ideal der Schönheit als edle Einfalt und stille Größe zu
einer Einheit verband.[10] Erst
später suchte er nach dem Gesetz in allem und erhob dieses zum Maßstab, an dem
sich wahrhafte Kunst messen lassen und bewähren muß.[11]
Goethe kannte nicht nur die Kunst seiner Zeit, sondern
war schon frühzeitig mit der von England ausgehenden „Gartenrevolution“ vertraut.[12] Ab 1776
verstand er sich selbst als Gartengestalter.[13]
Schon der Frankfurter Goethe war fasziniert von der Idee des Nutzgartens, bevor
er sich in Leipzig (1765-1768) intensiver mit der neuen Gartenmode englischen
Stils beschäftigte.[14]
Ausgehend vom Studium Winckelmanns und seiner Antikenrezeption,[15]
durch die das klassische Ideal der griechischen und römischen Welt gebildet
wurde, trieb Goethe Naturstudien.[16]
Darüber hinaus begeisterten ihn das unweit von Leipzig gelegene Dessau und die
Reformpolitik des kleinen Fürstentums. In Anhalt-Dessau sah er eine schöne
„durch Kunst verherrlichte Gegend, in einem wohl administrierten und zugleich
äußerlich geschmückten Lande“.[17] Die
Reisen, die Goethe später mit dem Weimarer Herzog Carl August nach Wörlitz
unternahm, sind ein Zeichen für seinen damaligen Naturbegriff und für seine
Auffassung der Landschaft, wie sie im Götz von Berlichingen und in Die
Leiden des jungen Werther zum Ausdruck kamen.[18] Hier
feierte er im Überschwang den Lobeshymnus auf die Natur, hier wurde ihm die
Natur zu einem panharmonischen Ganzen, zum Wirkungsraum Gottes, der sich als
Natur offenbarte.
Goethe hatte die künstlich inszenierte Landschaft im Garten
von Wörlitz anfangs beeindruckt, da sich in diesem Park Natur und Kunst auf
wundersame Weise miteinander verbanden. Diese Begeisterung äußerte er im Schema
zu einem Aufsatze die Pflanzencultur im Großherzogthum Weimar darzustellen:
„Der Park in Dessau, als einer der ersten und vorzüglichsten berühmt und
besucht, erweckte Lust der Nacheiferung [...].“
Nicht erst in Wörlitz und Leipzig, sondern schon während
seiner Straßburger Zeit (1770-1771) machte Goethe intensive Naturerfahrungen
und studierte Hirschfelds Werk Das Landleben (1767). Ihm ging es in
erster Linie um die „Reitze des Landlebens, in Prosa und Versen aufmercksamer
zu machen, trutz Hirschfelden dem Anatomicker der Natur [...]“.[19]
Ein Jahr nach seiner Ankunft in Weimar im Jahr 1775
bezog Goethe im April 1776 das ehemals Börnersche Anwesen.[20] In
einer Briefstelle vom 17. Mai 1776 heißt es: „Hab ein liebes Gärtgen vorm Thore
an der Ilm schönen Wiesen in einem Thale. Ist ein altes Haus drinne, das ich
mir repariren lasse.“[21] An
einer anderen Stelle bemerkt er: „Da lass ich mir von den Vögeln was vorsingen,
und zeichne Rasenbäncke, die ich will anlegen lassen [...].“[22]
Neben den Parkspielereien war es der Gedanke der
Nützlichkeit, den Goethe mit seinem Garten nahe dem „Stern“ – einem geometrisch
gegliederten Teil der ehemals barocken Gartenanlage an der Ilm – verband. Der
Briefwechsel Goethes mit Charlotte von Stein unterstreicht, daß der
Schriftsteller an Verschönerungsmaßnahmen denkt, um den Garten nicht mehr
„raupig“ aussehen zu lassen.[23]
Insbesondere der Anbau verschiedenartiger Obst- und Gemüsesorten zeigt, daß es
ihm vorrangig um seine eigene Haus- und Nutzhaltung ging.
Die Flucht aufs Land diente Goethe auch
und insbesondere als Rückzug in die von ihm geliebte Natur. Der Rückzug von der
höfischen Welt und die sich damit bei ihm einstellende Freiheit, nach der er
immer suchte, teilte er mit vielen seiner damaligen Zeitgenossen. Nicht nur das
Bürgertum floh nach dem Vorbild englischer Aristokraten auf das Land, sondern
auch der Adel suchte nach Privatheit.
Das „Borkenhäuschen“ (Louisenkloster) im Ilmpark,[24] das
Georg Melchior Kraus 1788 zeichnete sowie das „Gothische Haus“ in Wörlitz
(Kolorierte Radierung 1790 von Johann Friedrich Nagel [1765-1825]) stehen für
das Bedürfnis nach Freiheit und ungezwungener Lebensführung, die sich Rousseaus
Naturphilosophie gegenüber verpflichtet fühlten.
Goethes erste Versuche als Landschaftsgestalter und
Gartenarchitekt in Weimar sind gut dokumentiert. Zu den Gartengestaltungsmaßnahmen
wird hier kurz vermerkt:[25] Als
jugendliche Spielerei und als Kritik an der traditionellen Gartenkunst wurden
am 26. Mai 1777 die Ruinen in Belvedere „ruinirt“.[26]
Ebenfalls als Kritik am überlieferten Gestaltungsprinzip französischer Gartengestaltung
zu verstehen, wurde am 23. Juli 1777 „die Mauer vom Welschen Garten eingeworfen“.[27] Der
Drang, den Garten aus seiner eingezirkelten Umfriedung zu lösen, stand für ein
Naturempfinden, das die Natur nicht einschränken wollte.
Der Selbstmord der Hofdame Christel von Laßberg
veranlaßte Goethe letztendlich im Januar 1778 eine empfindsame Partie zu
gestalten, die an den tragischen Tod erinnern sollte. Am 17. Januar 1778 „[...]
ward Christel v. Laßberg in der Ilm vor der Felsenbrücke unter dem Wehr von
meinen Leuten gefunden. Sie war abend vorher ertruncken.“[28] Mit
Johann Ernst Gentzsch erfand er „ein seltsam Plätzgen wo das Andencken der armen Christel verborgen stehn wird“.[29] Ein
„gut Stück Felsen“ [...] „in höchster Abgeschiedenheit ihre letzten Pfade und
den Ort ihres Todes“[30]
dokumentierend ist die Felsentreppe im „Nadelöhr“.
Ein weiterer Glanzpunkt der aktiven Goetheschen
Landschaftsgestaltung waren die Feierlichkeiten zum Namenstag der Herzogin
Luise am 9. Juli 1778. Durch den Schloßbrand von 1774 veranlaßt wandte sich die
Hofgesellschaft ins Ilmtal, „wozu die verschiedenen wohleingerichteten
Lustschlösser, besonders auch das heitere Ilmtal bey Weimar und dessen ältere
Zier- und Nutzgartenanlagen, die schönste Gelegenheit boten.“[31] Mit
dem Gärtner Gentsch schuf Goethe innerhalb von drei Tagen die kleine
Einsiedelei – das „Luisenkloster“.[32]
Dabei wurde „[...] ein altes Pulvertürmchen [...] in einen Glockenturm verwandelt
und bildete gemeinsam mit einer strohgedeckten Holzhütte und einem ruinenartig
dekorierten Mauerstück die Kulisse für ein heiteres, höfisches
Verkleidungsspiel“, denn die höfische Gesellschaft „liebte an den Ort
wiederzukehren“.[33] Im Rahmen dieser Festivitäten
kam es dann auch zur berühmten Aufführung von Goethes Triumph der Empfindsamkeit.
Goethe kritisiert im vierten Akt des Triumphes
zum ersten Mal die „neumodische Parksucht“. Bereits nach drei Jahren, in denen
er sich seinen Gartenprojekten zuwandte, sind damit kritische Töne die englisch-sentimentalische
Landschaftsgestaltung betreffend, nicht mehr zu überhören. Von dieser Kritik
wird er nicht mehr abrücken, selbst wenn ihm Gärten immer Orte bleiben, die ihm
ein schöpferisches Ausruhen und ein produktives Arbeiten ermöglichten.
Goethe hat nichts gegen eine Verschönerung des
Gartens, daß es sich jedoch hierbei um wahrhafte Kunst handeln soll, dies
stellt er bereits zu diesem Zeitpunkt in Frage. So schreibt er im Triumph:
„Denn, Notabene!in einem Park / Muß
alles Ideal sein, / Und, Salva, Venia, jeden Quark / Wickeln wir in eine schöne
Schal‘ ein. / So verstecken wir zum Exempel / Einen Schweinestall hinter einem
Tempel; / Und wieder ein Stall, versteht mich schon, / Wird geradeswegs ein
Pantheon.“[34] Weiter heißt es: „Wir
haben Tiefen und Höhn, / Eine Musterkarte von jedem Gesträuche, / Krumme Gänge,
Wasserfälle, Teiche, / Pagoden, Höhlen, Wiesen, Felsen / Und Klüfte, / Eine
Menge Reseda und andres Gedüfte, / Weimuthsfichten, babylonische Weiden und
Ruinen, / Einsiedler in Löchern, Schäfer im Grünen, / Moscheen und Thürme mit
Kabinetten, / Von Moos sehr unbequeme Betten [...].“[35]
Goethe kritisiert damit bereits zu diesem Zeitpunkt
das rein Artifizielle der Gartenkunst, die sich von ihren Ursprüngen, von der
Natur entfernt hat. Was aus dieser „Sucht“ nach Veränderung herauskommt, ist
keineswegs eine schöne Natur als Kunstwerk, sondern eine Entfremdung, die das
Natürliche transzendiert und mit den Formen spielt.
So verwundert es nicht, daß auf die Landschaftsbegeisterung
des jungen Goethe zunehmend die Distanz gegenüber einer Gartenkunst folgt, die
sich anheischig macht, sich für wahre Kunst zu halten, sich als höchste Gattung
der Kunst auszugeben sucht. Was, so ließe sich fragen, hat diesen Paradigmawechsel
im Denken des Schriftstellers und Lyrikers veranlaßt?
Die schwärmerische Verklärung, die Goethe noch kurz
zuvor bei einem Besuch in Dessau äußerte und schrieb: „Hier ists jetzt
unendlich schön. [...] Es ist wenn man so durchzieht wie ein Mährgen das einem
vorgetragen wird und hat ganz den Charackter der Elisischen Felder in der
sachtesten Mannigfaltigkeit flieht eins in das andre [...],“[36]
weicht der Kritik. In der Verkleinerung von Staffagen, in den inszenierten
Veduten (Aussichten) und in der Idealisierung einer Landschaft, die ihre
Schönheit nicht durch sich selbst, sondern allein aus der künstlichen
Überformung erlangt, sieht er nunmehr ein schlechtes Abbild, eine schlechte Nachahmung
am Werk.
Goethe distanziert sich zusehends nicht nur von der
artifiziell-übersteigerten Gartengestaltung englischer Prägung, sondern er selbst
wird zu einem Befürworter der klassischen Gartenkunst, die auf Staffagen weitgehend
verzichtet. In diesem „Zuviel“ an Gartengestaltung sah er nur eine ikonographische
Überfrachtung. An ihre Stelle sollte vielmehr ein Gestaltungsideal treten, das
das Schaffen der Natur hervorhebt und das schöne Scheinen fader Künstlichkeit zurückdrängt.
Denn das Gekünstelte des Gartens macht es letztendlich unmöglich, zum
unmittelbaren Landschaftserleben vorzudringen. Nicht die sentimentalischen
Partien des Wörlitzer Gartens beispielsweise, im „Schloßgarten“, im „Neumarkschen“-
und im „Schoch’schen“ Garten, wo die Staffagen die Landschaft reglementieren, erwecken
nunmehr sein Interesse, sondern die freie Natur und der Garten, in welchem die
Vortrefflichkeiten der Landschaft sich spiegelt, der Genius des Ortes zum
Vorschein kommt. Nicht die Kunst beherrscht damit die Landschaft, sondern die
Natur frömmt die Kunst, da sie dieser die organischen Formen ablauscht und
diese den Kunstwerken einverleibt.
Sein Unbehagen an der Gartenkultur als
zeitgenössischer Modeerscheinung, samt der künstlerischen Übertreibung,[37]
äußert er auch bei einem Besuch in Hohenheim. Goethe schreibt: „Hohenheim
selbst, der Garten sowohl als das Schloß, ist eine merkwürdige Erscheinung. Der
ganze Garten ist mit kleinen und größeren Gebäuden übersäet, die mehr oder
weniger theils einen engen, theils einen Repräsentationsgeist verrathen“.[38] Das Resümee
Goethes ist bekannt: „[...] nur machen viele kleine Dinge zusammen leider kein
großes“.[39]
Die Natur läßt sich eben nicht verschönern, wenn man
sie von außen zu verschönern sucht, wenn man durch sture Notwendigkeit die
Freiheit der Natur versklavt, ohne in ihr Gesetz zu dringen, dieses zu erkennen
und nutzbar zu machen. Was, so Goethes Kritik, jedem bloß ästhetisch
arbeitenden Landschaftsgestalter völlig fehlt, sei das reine und darüber hinaus
wissenschaftliche Studium der Natur. Anstatt in das Organon der Natur
einzudringen, spielen die Gartengestalter immer nur mit den Formen, wobei dabei
die Natur nicht als autonome behandelt, sondern nur dann als schöne anerkannt,
wenn sie künstlich überformt wird.
Unter Natur versteht Goethe nun
nicht mehr das bloße Spiel mit der Form, und unter Kunst jetzt eine zweite
Natur. In der Nachfolge Plotins, in dessen Enneaden sich der Gedanke
einer Naturphilosophie in ihren Anfängen bereits findet, der auch von den
Naturphilosophen des 18. Jahrhunderts aufgegriffen wurde, begreift Goethe die
Natur nunmehr als Kraft, die sich selbst erschafft, wobei ihr immanente Wirk-
und Zweckprinzipien zugesprochen werden, die der Betrachter zu erkennen, zu
sondern und auf ein Höheres hin zu synthetisieren habe. Die Natur, dies wird Kant
später in der Kritik der Urteilskraft hervorheben, setzt sich Zwecke.
Sie ist daher so zu betrachten, als
ob alles in ihr auf ein Ziel, auf ein Telos, hinausläuft.
Eine Nachahmung durch die Nachahmung
– im Sinne einer schlechten Mimesis – für die die englisch-sentimentalische
Gartenkunst und letztendlich auch der barocke Garten stehen, lehnt Goethe daher
ab, weil diese nicht auf die Idee einer immanenten Selbstproduktion der Natur verweisen,
sondern nur ein vorgegebenes Bild unendlich wiederholen und damit den
Betrachter, der nach Originärem sucht, ermüden. Um das gestalterische Potential
der Natur nachzubilden, bedarf es einer Kunst, die den Gegenstand nicht dort
abholt, wo dieser bereits existiert, sondern wo sich dieser selbst zur
Erscheinung bringt. Die Kunst hat sich daher nicht mit der Kopie
auseinanderzusetzen, sondern mit der Idee der Natur.
Die schon im Triumph
ausgesprochene Kritik an einer schlechten Nachahmung wiederholt Goethe dann in jenem
mit Schiller und Heinrich Meyer gemeinsam verfaßten Aufsatz Über den
sogenannten Dilettantismus von 1799.
Zugleich nimmt Goethe bereits mit seiner im Triumph geäußerten Gedanken vorweg, wie
sie später von Ludwig Heinrich Hermann von Pückler (1785-1871) in seinen
1832/33 geschriebenen Andeutungen über Landschaftsgärtnerei geäußert
werden.
Pückler-Muskau, der im Unterschied zu Goethe die
englischen Landschaftsgärten auf der britischen Insel durch eine seiner Reisen
kannte, legte als praktischer Landschaftsgestalter ein Theoriestück der
Gartenkunst vor, in dem auch er sich von der sentimentalischen Gartenidee
verabschiedet. Ausgehend von der Landschaftsgestaltung Lancelot Browns
(1716-1783), dessen Gestaltungsprinzipien und -methoden in der Mitte des 18.
Jahrhunderts in England die klassische Periode des Landschaftsgartens einläuteten,
kritisiert Pückler-Muskau jede Form sklavischer Nachahmung.[40]
Browns Gartenschöpfungen, so der Park von Blenheim beispielsweise, waren dem
Gedanken einer Renaturalisierung verpflichtet, was letztendlich dazu führte,
die Staffagen nur dort als ästhetisches Formvokabular einzusetzen und zu
verwenden, wo sie die natural-vorgegebene Ordnung der Landschaft nicht störten.
Die Landschaft wurde nicht domestiziert, sondern gemäß ihren „Möglichkeiten“
gestaltet. Diese „Möglichkeiten“ ausnutzen, um die Natur als Natur bestehen zu
lassen, dafür steht Brown.
Es ist und bleibt der Genius des Ortes, der bei der
künstlerischen Gestaltung bedacht werden muß. Mißachtet der Gestalter diesen
genuis loci, so hat auch Pückler-Muskau dafür nur Spott übrige, wenn er bemerkt:
„Wird die Sache noch ernstlicher und in einem größeren
Maßstabe betrieben, so erweitert man wohl auch den, nur unsichtbar fließenden,
Abzugsgraben zu einem prätendierten Bache, baut in formidablen Bogen über das
bescheidene Wässerchen eine Riesenbrücke von rohen Birkenstämmen, haut, um
Fernsichten zu gewinnen, zwei bis drei steife Flügel durch den Wald, und stellt
hie und da die beliebten Tempelchen und Ruinen auf, wovon gewöhnlich die
ersteren bald das wirklich werden, was die andern vorstellen sollen.“[41]
Pückler-Muskau moniert immer wieder, wie vor ihm
bereits Goethe, daß in vielen deutschen Gärten, die nach englischem Vorbild
entstanden, das Praktische fehlt. „[...] künstliche Verkleinerung der Größe“.[42] Staffagebauten,
die als Parkkopien an südländische oder gotische Vorbilder erinnern, tragen zum
Erleben der Landschaft nichts bei, sie vermindern dieses sogar. Insbesondere die
Inschriften sind es, die als Verweisungs- oder Erbauungszitate den Besucher
inspirieren sollten, über sich, über die Welt und auch über die Kunst zu reflektieren,
die Pückler-Muskau einer harschen Kritik unterzieht.[43] Es
sei völlig abwegig und der Rezeption der Natur diametral entgegengesetzt, durch
gewisse Inschriften gewisse Gefühle im Betrachter zu erwecken, die diesen dann letztendlich
vom bloßen Anschauen, von der bloß-rezeptiven Sinneswahrnehmung zur innerlichen
Betrachtung, zur geistigen Schau führen, wobei es zu einem merkwürdigen Spiel
zwischen geistiger Anschauung, produktiver Einbildungskraft und sinnlicher
Wahrnehmung kommen soll. Inschriften wie in Wörlitz, im Ilmpark und in Tiefurt,[44] und
„wären sie selbst von Göthe, wie in Weimar“, so haben diese „ohnfehlbar in
seinen Schriften einen besseren Platz.“[45] Soweit
also Pückler-Muskau.
Neben dem Abschied vom Jugendwerk, das ebenfalls
sentimentalischer Natur war, kommt ein weiterer Aspekt hinzu, der Goethes
Kritik am englisch-sentimentalischen Garten untermauerte. Gemeint sind seine
frühen Landschaftserfahrungen, die ihn – im herzoglichen Dienst – in die nähere
Umgebung und in den Thüringer Wald führten. Durch diese Reisen lernt Goethe
bereits ab 1776 die undomestizierte Natur kennen. Diese frühen Landschaftserfahrungen
werden später durch die Harzreisen, die Reisen in die Schweiz und durch den
zweijährigen Aufenthalt in Italien vervollständigt.[46] Die
Schilderungen, die Goethe an Charlotte von Stein aus Stützerbach, Manebach,
Eisenach und Wilhelmstal gibt,[47]
verweisen darauf, daß ihm das Naturerlebnis jetzt alles bedeutet.[48] In
einem Brief vom 22. Juli 1776 heißt es: „Liebste, ich habe viel gezeichnet sehe
nur aber zu wohl, dass ich nie Künstler werde.“[49] Diese
Briefstelle verweist nicht nur darauf, daß Goethe – später wird er in Sizilien
wieder vor dieser Entscheidung stehen – zwischen „Bildender Kunst“ und Schriftstellerei
schwankt. Ist er Maler oder doch Dichter? Sondern auch auf die Macht, die die
nichtdomestizierte Natur auf ihn ausübt. Es wird da immer wieder von
Erlebnissen berichtet, die die Fassungskraft des Dichters übersteigen.
Hierbei tritt der Gedanke des Erhabenen ins Spiel. Die
Erhabenheit des Naturerlebens erschreckt einerseits, andererseits wird sich das
Individuum Goethe dabei seiner grenzenlosen Freiheit bewußt. Bereits Burke hat
auf das Erlebnis hingewiesen, das das Erhabene auslöst.
Im Angesicht des Grenzenlosen, des Gigantischen und
dem die Faßbarkeit des Verstandes überschreitenden Naturerlebnisses kommt auch
die Sprache zum Stillstand, denn die Erfahrung der Natur übersteigt den
Verstand. Dies formuliert Goethe und unterstreicht seine Erfahrung, wenn er
schreibt: „Wenn du nur einmal hier seyn könntest, es ist über alle Beschreibung
und Zeichnung.“[50]
Auch aus Elbingerode im Harz berichtet Goethe von „der
ungeheuren Natur“, vom gigantischen Gefühl, das ihn beim Besuch der
Baumannshöhle und der Hermannshöhle im Harz überkommt. Schon im Harz studierte
er das Wetter und die Geologie, führte detailliert Bericht über die beobachtete
Natur. Auch die Erlebnisse der Schweizer Reise unterstreichen und verfestigen dann
den Abschied von der sentimentalischen Gartenkunst. Resümierend heißt es in den
Tagebuchaufzeichnungen, die er an Charlotte von Stein als Reiseberichte
schickt:
„Wenn man einen rechten Park sehen will, so muß man
nur vier Wochen in der Schweiz herumziehen, und wenn man Gebäude liebt, so muß
man nach Rom gehen. Was wir in Deutschland, ja aller Orten, der Natur
aufdringen und der Kunst abgewinnen wollen, sind alles vergebliche Bemühungen.“[51]
Im Schweizer Naturerlebnis steht nicht mehr der
Betrachter im Mittelpunkt, sondern – wie später in den Landschaftsbildern von
Casper David Friedrich – die „Ueberfülle“ der Natur, die es zugleich
ermöglicht, daß sich der Mensch in der Betrachtung verliert und sich aus dem
Verlust heraus neu bestimmt. Nicht das Flickwerk, das sich in den sentimentalischen
Gärten findet, sondern das ewig schaffende Gesetz ist es, dem nichts
Willkürliches mehr anhaftet.[52]
Anstelle von pittoresken Bildsequenzen, die als ästhetisches Stilmittel im englisch-sentimentalischen
Garten bevorzugt wurden, setzt Goethe nunmehr die Aufhebung des Bildseins, die
Aufhebung der Bildlichkeit. Anders gesagt: Im Bild läßt sich überhaupt nicht
das adäquat darstellen, was unmittelbar wahrgenommen wird. Denn: Verliert das
Bild seinen Einfluß auf das rezipierende Subjekt, so ist dies eben erst die
Voraussetzung dazu, daß das Gefühl des Erhabenen sich Bahn brechen kann. „Das
Erhabene giebt der Seele die schöne Ruhe“, es ermöglicht das reine Gefühl, die
Landschaft unmittelbar zu genießen, ohne von künstlichem Zierat abgelenkt zu
werden. Deutlicher läßt sich die Unmittelbarkeit des Erlebten nicht schildern,
wenn Goethe schreibt: „Wenn man solch ein Gefühl mit dem vergleicht, wenn wir
uns mühseelig im Kleinen umtreiben, alle Mühe uns geben, ihm so viel als
möglich zu borgen und auszuflicken und unserm Geist durch seine eigene Kreatur
eine Freude und Futter zu geben, so sieht man erst wie ein armseelig behelf es
ist.“[53]
Nicht nur der englische Landschaftsgarten als Bild der
Natur, als Bild der aufgeklärten Gesellschaft, als schlechtes Abbild des Urbildes
der Natur, sondern auch die Landschaftsmalerei vermag nicht das darzustellen,
was sich im Augenblick des Erlebens offenbart. Mit anderen Worten: Auch
Landschaftsgemälde von Salvador Rosa,[54] die
Goethe kannte (1615-1673) – beispielsweise die „Auffindung Moses“ von 1661, die
„Flußlandschaft mit Merkur und dem unehrlichen Holzfäller“ von 1661, die
„Flußlandschaft mit Apoll und der Cumäischen Sibylle“ von 1661 –, vermögen den
unmittelbaren Eindruck des Erlebens nicht annähernd wiederzugeben, denn auch
der Malerei entzieht sich die Darstellung des Augenblicks, auf den aber und
letztendlich alles ankommt. Selbst ihr gelingt es nicht, jene Authentizität zu
erzeugen, die unmittelbar berührt und die Existenz ins Schwanken bringt. Das
unmittelbar Erhabene fasziniert, erschreckt und überrascht, wie Goethe
schreibt.
Edmund Burke war es, der auf die Unterscheidung
zwischen Schönheit und Erhabenheit in seinem Werk Philosophische Untersuchungen über den Ursprung unserer Ideen vom
Erhabenen und Schönen[55]
aufmerksam machte. Diese Unterscheidung läßt sich aber auch beim vorkritischen
Kant[56] in
modifizierter Form finden.
Nach Burke stellt sich das Gefühl des Erhabenen ein,
wenn sich der Betrachter in Distanz zu einem übergroßen, übermächtigen,
Schrecken und Angst einflößenden Objekt befindet. Das Erlebnis des Erhabenen
setzt räumliche Distanz sowie überdimensionale Größenverhältnisse und
Proportionen – Gefühle von Schmerz, Angst und Gefahr inbegriffen[57] –
voraus. Anders verhält es sich mit dem Schönen. Das Gefühl der Schönheit kommt
dann ins Spiel, wenn das Objekt aus der Nähe betrachtet wird. Dabei sind die
Proportionen desselben harmonisch und symmetrisch geordnet. Der Miniaturcharakter
und die Kleinheit des Objektes verstärken das Gefühl der Schönheit.
Legt man diese Unterscheidung Burkes zugrunde und
differenziert zwischen dem Garten als idealem Raum und der undomestizierten
Natur, wie sie Goethe in seinen Aufzeichnungen beschreibt, so überwiegt im
Garten das Ideal der Schönheit, während in der Natur das Gefühl des Erhabenen im
Betrachter überwiegt. Gartenszenarien, wie beispielsweise die Nachbildung des „Vesuvs“
im Wörlitzer Park,[58]
konnte Goethe daher eben nichts abgewinnen, da es den „naturspäßigen“ Staffagen
unmöglich ist, das Gefühl der Erhabenheit zu erzeugen.
Auch die zwischen 1788 und 1794 als „Stein“ bekannt
Insel im Wörlitzer Park, die als Italien-Reminiszenz erbaut wurde, mußte Goethe
– vom naturphilosophischen Standpunkt aus gesehen – mißfallen. Der Versuch, die
Natur durch die Nachbildung zu vervollkommnen, hat Goethe als Zeichen
schlechten Geschmacks gedeutet und vor dem Hintergrund der reichhaltigen
Erfahrungen seiner Schweizer Reise abgelehnt.
Die Nachahmung, die sich nicht nur auf die Kopie von
Naturszenen beschränkt („Vesuv“), sondern auch historische Bauten („Villa Hamilton“)
kopiert, wurde von den frühen Kritikern des Landschaftsgartens bereits in Frage
gestellt.[59] Durch die Kopie, so die
Kritik, ist keine unverfälschte Wiedergabe des Originals möglich, die
inszenierte kann die wahre Natur nicht ersetzen; der Garten bleibt immer nur
ein kleiner Ausschnitt derselben.[60]
Von der Schweizreise rückkehrend schreibt Goethe:
„Überall spielt man jetzt mit Monumenten und Urnen deren leere Hülsen und
Bäuche ihm immer fatal gewesen sind.“[61] Die
ideale Landschaft, dies nimmt Goethe als große Erfahrung mit nach Weimar, ist
die Natur selbst. So verwundert es nicht, daß er sich ab 1782/83 nicht mehr an
der Parkgestaltung beteiligt und alle weiterführenden Maßnahmen Herzog Carl
August überläßt.
Trotz dieser, seiner geänderten Sicht auf die Welt der
Kunst und seiner übermäßigen Kritik an der Gartenkunst greift Goethe nochmals
und ein letztes Mal in die Landschaftsgestaltung im Weimarer Ilmpark aktiv ein.
Ein Zeugnis dafür ist das „Römische Haus“ im Garten an der Ilm. Der Architekt
Johann August Arens, den Goethe in Italien kennenlernte, lieferte dafür erste
Zeichnungen. Goethe übernahm dann die Bauleitung, die ihm Carl August
übertragen hatte.
„Den Bau des Gartenhauses übergebe ich dir gantz. Da
ich wünschte, bey meiner Rückkunft einen Ruhe Platz fertig zu finden, so
erzeige mir den Gefallen zu besorgen, daß endlich einmahl der Plan des Dinges
zu Stande komme und schnell ausgeführt werde [...]. Decke es, womit und wie du
willst, und thue, als wenn du für dich bautest; unsere Bedürfnisse waren
einander immer ähnlich.“[62]
Goethe sah nicht nur in der griechisch-römischen
Antike das Ideal der Kunst, er wollte dieses auch in die Architektur Weimars mit
einbeziehen und neu beleben.[63]
Obgleich sich Goethe – ähnlich wie Schiller – davon distanzierte, in der
Nachahmung der griechischen Antike und ihrer Baukunst ein Ideal für seine Zeit
zu sehen, wurde – maßgeblich unter seiner Regie – von 1791/92 bis 1797 das
„Römische Haus“ gestaltet.[64] Als
Italienerinnerung gedacht, symbolisiert es Goethes Verlangen, die arkadische
Idee einer idealen Freiheit im Garten umzusetzen.[65] Die
bewußt zugrunde gelegte Tempelarchitektur des „Römischen Hauses“ steht nicht
nur für eine Abkopplung von der sakralen Baukunst des Altertums, sondern hat
zugleich eine ästhetisch-moralische Funktion.
„Das Römische Haus ist somit einerseits als Lusthaus
im Garten einer vielgestaltigen, auch funktional keineswegs fest umrissenen
Gattung zuzuordnen, andererseits verweist es durch die gewählte Tempelform auf
die zeitgenössische Typologie der Gartentempel, Staffagebauten eines Landschaftsparks
nach englischem Muster, und erlangt – losgelöst von seinem
architekturhistorischen Kontext – eine allgemeine, ästhetisch-moralische Bedeutung.“[66]
Die Architektur des „Römischen Hauses“ repräsentiert
nicht das barocke Ideal vom Lustschloß, sondern erweist sich als ein
Architekturprojekt, mit dessen Bau sich die Bauherren als aufgeklärte Bürger
zeigten, die sich von „feudal-absolutistischen Zwängen“ und von fadenscheinigen
Freiheitsvorstellungen distanzieren und absetzen wollten.[67]
Neben dem „Römischen Haus“ ist es nicht zuletzt der
Gedenkstein für den Dessauer Fürsten Franz Friedrich von Anhalt-Dessau, Leopold
III., der bereits 1782 – unter Aufsicht Goethes – in monumentaler Form im
Weimarer Park errichtet wurde. Der Findling trägt die Inschrift „FRANCISCO DESSAVIAE
PRINCIPI“. Dieser Gedenkstein hat eine doppelte Funktion. Erstens dient er als Reminiszenz an die Wörlitzer Anlagen
und an ihre Vorbildfunktion für die englisch geprägte sentimentalische und
später klassische Gartengestaltung. Wichtiger ist jedoch zweitens, daß man in
Weimar die Dessauer Aufklärung würdigen wollte. Die Weimarer unterstreichen mit
dem Erinnerungsstein sowohl ihre eigenen sozial-politischen und
freiheitlich-utopischen als auch friedensstiftenden Vorstellungen von der
Aufklärung, die in Wörlitz bereits durch eine Friedenspolitik Gestalt
angenommen hatten. Der Fürst zahlte viel Geld an seine Allianzpartner, die ihn
daraufhin verschonten, daß er mit seinen Untertanen in den Krieg ziehen mußte.
Wie für die Dessauer wurde auch für die adligen Weimarer
der Garten Sinnbild für ein Freiheits- und Friedensdenken. Carl August dachte
sogar daran, das gesamte Ilmtal – in Anlehnung an die Dessauer Anlagen – als
Landschaftsgarten zu gestalten.
Um auf Goethe zurückzukommen. Dieser wendete sich ab
1883 von der „naturspäßigen“ Form der englisch-sentimentalischen Gartengestaltung
ab und dem Studium der Pflanzen zu. Später wird er im Gespräch mit Carl August Varnhagen
von Ense berichten, daß „Parkanlagen, einst – besonders durch Hirschfelds
allgemein verbreitetes Buch – in ganz Deutschland“ entstanden, nunmehr ganz aus
der Mode gekommen sind. „Man höre und lese nirgends mehr, daß jemand noch einen
krummen Weg anlege, eine Tränenweide pflanze; bald werde man die vorhandenen
Prachtgärten wieder zu Kartoffelfeldern umreißen“.[68]
Trotz seiner Kritik am englisch-sentimentalischen Landschaftsgarten wird sich
der alte Goethe als Moses der neuen Gartenkunst bezeichnen.[69]
Bereits ab 1776 beschäftige er sich mit botanischen
Studien und war später am Aufbau des „Botanischen Gartens“ 1794 in Jena
beteiligt.[70] Die Auseinandersetzung
mit der Gartenkunst führte Goethe nur noch im Rahmen der Beschäftigung mit den
Pflanzen. Das 1794 erworbene Haus am Frauenplan mit seinem Hausgarten wird für
Goethe zur botanischen Probierstudie. Unterstützt durch den Hausgärtner
Friedrich Gottlieb Dietrich wurden ab 1794 Pflanzenfamilien bestimmt. „So wie
in Jussieus natürlichem System die Gattungen aufeinander folgen“, soll der
Wissenschaftsgarten in aller erster Linie belehren. Nicht das ästhetische
Erlebnis, sondern die Genese der Pflanzen steht dabei im Vordergrund.[71]
Die geometrische Aufgliederung des Hausgartens am
Frauenplan unterstreicht nun Goethes zunehmendes Interesse an Ordnung, Struktur,
Proportion und Symmetrie, um den Garten nach diesen Prinzipien zu gestalten.
Dafür steht nicht mehr der sentimentalische Typ des Landschaftsgartens, sondern
das Ideal vom geordnet-barocken Hausgarten. Der Rekurs auf barocke
Ordnungsstrukturen kommt dabei der Systematik des Wissenschaftlers entgegen,
der nun die Gesetzmäßigkeit in allem über das Ästhetische stellt. Alles das,
was die Landschaftsgärtnerei hervorbringt, sei nichts als bloße Willkür. Aber
nicht nur die Willkür der gestalterischen Form, sondern vor allem die
Begrenzung der Natur, ihr Endlich-Machen, ist es, von dem Goethe zunehmend
Abstand nimmt. Die Natur ist nicht endlich, sondern unendlich, was letztendlich
darauf hinausläuft, daß sie als Idee nicht vollkommen abgebildet, sondern sich
dieser Idee immer nur angenähert werden kann. An die Stelle des ästhetischen
Erlebens tritt nunmehr die Arbeit am Objekt, die nicht abzuschließen ist, da
die Mannigfaltigkeit der Natur den Naturforscher immer wieder vor neue
Herausforderungen stellt. Daher gilt es nicht mehr, die Natur den Gegenständen,
den Kunstwerken, zu unterwerfen, sondern die Unendlichkeit der Natur
anzuerkennen. Natur begreift der Weimarer Goethe als „Mannigfaltigkeit des
Seins und des Werdens“.[72] Er distanziert
sich nunmehr zum einen von den aus der Kindheit bekannten „wohleingerichteten Ziergärten“,[73] zum
anderen „von einem leidenschaftlichen Ergötzen an ländlichen Naturgegenständen,
so wie von einem ernsten Drange das ungeheure Geheimniß, das sich in stetigem
Erschaffen und Zerstören an den Tag gibt, zu erkennen, ob sich schon dieser
Trieb in ein unbestimmtes unbefriedigtes Hinbrüten zu verlieren scheint“.[74] Die
Praxis, Gartenanlagen zu gestalten, wird durch die Theorie überformt. Der
wissenschaftliche Garten, nicht der sentimentalische Landschaftspark ist dafür
ein Zeichen. Goethe schreibt:
„Hierbei möchte man bedenken, daß der Gang meiner
botanischen Bildung einigermaßen der Geschichte der Botanik selbst ähnelte;
denn ich war vom augenfälligsten Allgemeinen auf das Nutzbare, Anwendbare vom
Bedarf zur Kenntnis gelangt, und welcher Kenner wird bei Obigem sich nicht
jener Epoche der Rhizotomen lächelnd erinnern.“[75]
Immer wieder ist es der Gedanke der Nützlichkeit, der
beachtet werden muß. Schon in seinem Roman Die Wahlverwandtschaften, die
als literarische Auseinandersetzung mit der Thematik der Gartenkunst, ihren
Grundlagen und ihren sich verändernden Gestaltungsprinzipien gelten kann, denn
auch hier nahm Goethe bereits Abschied von der englischen Landschaftsgestaltung
und ergriff Partei für die französische Gartenkunst, schreibt er:
„Menschen, die ihren Grund und Boden zu nutzen
genöthigt sind, führen schon wieder Mauern um ihre Gärten auf, damit sie ihrer
Erzeugnisse sicher seien [...]. Das Nützliche erhält wieder die Oberhand, und
selbst der Vielbesitzende meint zuletzt auch das alles nutzen zu müssen [...],
es ist möglich, daß Ihr Sohn die sämmtlichen Parkanlagen vernachlässigt und
sich wieder hinter die ernsten Mauern und unter die hohen Linden seines
Großvaters zurückzieht.“[76]
Kurzum: Die frühe Naturauffassung wird dem immer mehr
sich selbst als historisch wahrnehmenden Goethe suspekt. An ihre Stelle tritt,
dazu hat die frühe Auseinandersetzung mit der Gartenkunst beigetragen, eine
Naturphilosophie, die nach dem Besonderen im Allgemeinen sucht und das
Besondere als Erscheinung des Allgemeinen begreift. Wird die immanente
Selbstorganisation der Natur, ihr ewig schaffendes Gesetz nicht erkannt, gerät
die Natur zur Chimäre. Und eine Kunst, die sich auf eine bloß
unwissenschaftliche Nachahmung der Natur beruft, wird aporetisch. Kunst, dies
liegt im Prozeß ihrer Verwissenschaftlichung beschlossen, muß das Gesetz aller
Kunst aufweisen und sich an diesem orientieren. Goethe ging es also zusehends um
das Objektive der Kunst selbst, die sich von jeder Willkür distanzieren muß,
soll es Regeln geben, die jeder Künstler befolgen kann. Die sentimentalische
Gartenkunst, die nur aus dem Gegenwärtigen schöpft, ohne sich auf die
regulativen Ideen des Ästhetischen zu beziehen, kann die neue Aufgabe, die Goethe
an die Kunst stellt, nicht leisten. Der Fortschritt, den die Wissenschaft am
Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts leistete, hat alles auf freier
Imagination Beruhende verdrängt. Anders gesagt: Die Gattung der Gartenkunst,
ihre Vorranstellung innerhalb der Kunsthierarchie, ist aus der Mode gekommen.
Eine Tagebuchnotiz aus dem Jahr 1831 lautet wie folgt „Ich besah für mich
Menzels architektonische Hefte und bedauerte, daß er nicht in die friedliche
Zeit von Hirschfeld und andren Gartenfreunden gekommen sey, wo ein tiefer
Friede den Menschen Mittel und Muße gab, mit ihrer Umgebung zu spielen.“[77]Bereits 1798 hatte er ja geschrieben:
„Damit der Geist zur unmittelbaren Natur zurückgezogen
werde, folgte ich der damaligen landschaftlichen Grille. Der Besitz des
Freiguts zu Roßla nötigte mich dem Grund und Boden, der Landesart, den
dörflichen Verhältnissen näher zu treten, und verlieh gar manche Ansichten und
Mitgefühle, die mir sonst völlig fremd geblieben wären.“[78] An
einer anderen Stelle heißt es: „Die eine buschige Seite des Abhangs, durch eine
lebendige Quelle geschmückt, rief dagegen meine alte Parkspielerei zu geschlängelten
Wesen und geselligen Räumen hervor; genug es fehlte nichts als das Nützliche
[...]“.[79]
Die im Aufsatz Von
deutscher Baukunst 1772 geforderte Kunstidee, daß allein das
„Charakteristische“ für die wahre Kunst bedeutsam sein durfte, hatte Goethe sein
ganzes Leben lang nicht mehr preisgeben, denn die Seele muß sich zu Ordnung und
Form zwingen. „Je mehr sich die Seele erhebt zu dem Gefühl der Verhältnisse,
die allein schön und von Ewigkeit sind, deren Hauptakkorde man beweisen, deren
Geheimnisse man nur fühlen kann, in denen sich allein das Leben des
gottgleichen Genius in seligen Melodien herumwälzt; je mehr diese Schönheit in
das Wesen eines Geistes eindringt, daß sie mit ihm entstanden zu sein scheint,
daß ihm nichts genugtut als sie, daß er nichts aus sich wirkt als sie, desto
tiefgebeugter stehen wir da und beten an den Gesalbten Gottes.“[80]
Für Goethe ist es das Genie, das wahre Kunstwerke
schafft und die Idee, die wahrhaftiger Kunst zugrunde liegt. Von der Natur
ausgehend galt es die Idee zu suchen, die sich in der Natur aussprach. Auch die
Kunst sollte mit der Nachahmung der Natur beginnen, dort aber nicht stehen
bleiben. Nachahmung der Natur, dies blieb auch Goethes letztes Wort gegen
Sulzer, der in seiner Theorie der schönen
Künste den Zeitgeist des Dilettantismus heraufbeschwörte, eine, wie Goethe
und Schiller gemeinsam betonten, Unart, die nur der Mode gehorcht, ohne sich über
die Prämissen der Kunst bewußt zu werden.[81]
Bereits diese früh von Goethe in den Frankfurter gelehrten Anzeigen
formulierte Kritik hatte weitreichende Folgen für sein Denken. Das, was er aus
der Sicht des Naturwissenschaftlers an der Kunst und an den Dilettanten kritisierte,
war das bloße Nachzeichnen. Es war die Wirkungsästhetik Hirschfelds, die
Goethes und Schillers Unbehagen hervorrief. Aus der Wirkung der Natur ließe
sich kein Begriff von Kunst ableiten und schon gar keine Ästhetik, wie sie den
Klassikern vorschwebte.
Goethe und Schiller kritisierten vor dem Hintergrund
ihrer Gehalts- beziehungsweise Genieästhetik immer wieder die Gartenkunst, die
nur auf Wirkung zielte, die die Gefühle und die Einbildungskraft ansprechen
wollte, die sich als propädeutische Kunst verstand, deren Ideal es war, den Menschen
zu verbessern und die arkadische Idylle neu zu erwecken.
Daß das Interesse des jungen Goethe an der Gartenkunst
schnell nachließ, daran waren letztendlich seine Reisen in die Schweiz und nach
Italien mit verantwortlich, denn hier korrigierte er seinen jugendlichen Naturbegriff,
sein Schönheitsideal, wenn er nunmehr die klassische Antike verklären sollte.
Sowohl sein Naturverständnis als auch sein Schönheitsideal führten ihn dann
immer wieder zu einer Auseinandersetzung mit der Architektur, Landschaftsmalerei
und Plastik. Wie sehr ihn diese Gattungen, insbesondere die Malerei, zu einer
produktiven Auseinandersetzung zwangen, zeigt der Paradigmawechsel in seinem
Denken deutlich. Die Gartenkunst wurde als randständige Erscheinung nur in
seinen literarischen Werken und in der Lyrik noch zum Thema.
Aus Sicht des Ästhetikers fand er in der
Landschaftsmalerei und in der Baukunst Kunstgattungen, in denen sich sein Ideal
der Kunst abzeichnete, das er dann auch in seinen eigenen ästhetischen
Schriften beständig untersuchte und theoretisch tiefer faßte. Letztendlich
gelangte er so zu seiner eigenen Ästhetik, die er als Regulativ nicht nur bei
der Beurteilung anderer Kunstwerke anwendete, sondern genau nach diesen Maximen
selbst künstlerisch tätig wurde. Dem Praktiker Goethe wurde der theoretische
Diskurs immer wichtiger, die Suche nach den Maximen der Kunst das erklärte
Anliegen auch von Meyer und Schiller. So attackierten alle drei den seinerzeit
herrschenden Dilettantismus. An die Stelle bloßer Willkür setzten sie dann ihr
Rubriken- oder Klassifikationsschema, das bei Goethe darauf hinauslief, die
Plastik an höchster Stelle, ihr subordiniert die Malerei und dieser wieder
untergeordnet die Architektur zu plazieren. Die Gattungshierarchie war damit
für ihn zugunsten der Plastik und gegen die Gartenkunst entschieden.
Auch Goethes Naturbegriff spiegelte
sich in sein ästhetisches Denken. Von der Natur hat alle Kunst auszugehen,
diesem Faktum der Kunst blieb er sein Leben lang treu. Wo sich eine Kunst
hingegen anmaßt, die Natur zu verändern, um diese dann dem Betrachter als die
wahre vorzugaukeln, dies mußte für den Weimarer Klassiker in der Aporie enden.
Auch die Anleihen, die die Gartenkünstler aus den anderen Künsten übernahmen,
wenn sie Monumente kopierten, Statuen und Büsten aufstellten, blieb
letztendlich für Goethe nur ein Zeichen, daß es dieser Kunst nicht nur an
festen Kunstprinzipien fehlte, sondern auch, daß sie für sich selbst keine Autonomie
besaß.
Den Vorwurf Goethes, daß es sich bei der
englisch-sentimentalischen Gartenkunst nur um ein Vorliebnehmen mit dem Schein
handelte, bestätigte auch Schiller mit Nachdruck. Auch für ihn war es nur der
Aspekt des Nützlichen, wie sich in seinen Beschreibungen zum Park von Hohenheim
zeigte, der ihn letztendlich am Garten interessierte. Sein Garten in Jena wurde
dafür ein belebtes Zeugnis. Der wahrhafte Künstler sehnte sich nicht wie der
Gartenarchitekt nach Arkadien, sondern nach Elysium, die Idylle war ein
verlorenes Sehnsuchtsideal, an ihre Stelle trat die Entfremdung mit der Natur.
Der von den Weimarer Klassikern
erbrachte Befund, daß es sich bei der Gattung der Gartenkunst nur um eine
Liebhaberei der Dilettanten ohne Regelprinzipien handelte, hat dann selbst
Geschichte geschrieben. Eine theoretische Auseinandersetzung mit dieser Gattung
galt als unschicklich. Die Beschäftigung mit der Gartenkunst verlagerte sich
aus dem theoretischen Diskurs in die praktische Landschaftsgestaltung, sie war
nur noch ein Thema in den Gartenjournalen.
[1] Zur
Geschichte der Gartenkunst: E. Kluckert, „Gartenkunst in Europa, Von der Antike
bis zur Gegenwart“, hg. v. R. Toman, Köln 2000.
[2] Dazu
ausführlich: M. Gamper, „’Die Natur ist republikanisch’, Zu den ästhetischen,
anthropologischen und politischen Konzepten der deutschen Gartenliteratur im
18. Jahrhundert“, Würzburg 1998.
[3] Vgl. P.
H. Feist, „Geschichte der deutschen Kunst
1760-1848“, Leipzig 1986, S. 44-54. Einen
schönen Einstieg in die Thematik des englischen Landschaftsgarten liefert H. v.
Trotha, ders., „Der englische Garten,
Eine Reise durch seine Geschichte“, Berlin 7-100001999. Vgl. L.
Schäfer, „Zur Geschichte des Naturbegriffs“, in: „Inszenierte Natur,
Landschaftskunst im 19. und 20. Jahrhundert“, hg. v. B. Baumüller, U. Kuder und
T. Zoglauer, Stuttgart 1997, S. 20f.
[4] C. Hussey, „Einleitung zu M. Jordain, The Work of William Kent”, London 1948.
[5] C. J. de Ligne, „Coup d‘
oeil sur Beloeil et sur une grande partie des jardins de l‘ Europe, Tome Second“, Dresden 1795, S. 158.
[6] Vgl. R.
Benz, „Goethe und die romantische Kunst“, München 1940. Vgl. K. K. Eberlein,
„Goethe und die bildende Kunst der Romantik“, in: „Jahrbuch der
Goethe-Gesellschaft“, Bd. 14 (1928), S. 1-77. Vgl. H. v. Einem,
„Goethe-Studien“, München 1972. Vgl. ders.,
„Deutsche Malerei des Klassizismus und der Romantik, 1760-1840“, München 1978.
Vgl. R. Foerster, „Goethes Abhandlung über die Philostratischen Gemälde“, in:
„Goethe-Jahrbuch“ 94 (1977), S. 256-285. K. Gerstenberg, „Die ideale
Landschaftsmalerei, Ihre Begründung und Vollendung in Rom“, Halle 1923. Vgl. W.
S. Heckscher, „Goethe im Banne der Sinnbilder, Ein Beitrag zur Emblematik“, in:
„Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen“ 7 (1962), S. 35-54. Vgl. E. Hempel,
„Goethe zur Aufgabe der Kunstgeschichte“, Berlin 1964. Vgl. T. Hetzer, „Goethe
und die bildende Kunst“, Leipzig 1948. Vgl. J. Matthijs, „Goethes
Kunstanschauung“, Bern 1957. Vgl. W. Kampmann, „Goethes Kunsttheorie nach der
italienischen Reise“, in: „Jahrbuch der Goethe-Gesellschaft“ 15 (1929), S. 203-217.
Vgl. W. Keller, „Goethes dichterische Bildlichkeit, Eine Grundlegung“, München
1972. Vgl. P. Menzer, „Goethes Ästhetik“, Köln 1957. Vgl. F. Apel, „Der
lebendige Blick, Goethes Kunstanschauung“, in: „Katalog Frankfurt/Main 1994“,
S. 571-578. Vgl. ders., „Die Ästhetik
des Selbstbewußtseins, Goethes Kunstanschauung 1805-1815, in: Johann Wolfgang
Goethe, Sämtliche Werke, Ästhetische Schriften 1805-1815“, Frankfurt/Main 1998,
S. 727-757. Hervorzuheben sind die Arbeiten von W. Busch: Vgl. ders., „Die ’große, simple Linie’ und
die ‚allgemeine Harmonie’ der Farben, Zum Konflikt zwischen Goethes Kunstbegriff,
seiner Naturerfahrung und seiner künstlerischen Praxis auf der italienischen Reise“,
in: „Goethe Jahrbuch“ 105 (1988), S. 144-164. Vgl. ders., „Das sentimentalische Bild, Die Krise der Kunst im 18.
Jahrhundert und die Geburt der Moderne“, München 1993. Vgl. ders., „Landschaftsmalerei“, hg. v. W.
Busch, Berlin 1997.
[7] Vgl. A.
Feulner, „Der junge Goethe und die Frankfurter Kunst“, in: „Freies Deutsches Hochstift“,
Festgabe zum Goethejahr 1932, hg. v. E. Beutler, Halle 1933, S. 3-88.
[8] J. W.
Goethe, „Dichtung und Wahrheit“, Zweiter Teil, 6. Buch, HA., Bd. 9, S. 224.
[9] Vgl. A.
v. Bodecker, „Adam Friedrich Oeser – ‘Nimm edle Seele des Lebens rechten Zeitpunkt
wahr […]’“, in: „Die großen Leipziger, 26 Annäherungen“, hg. v. V. Hauschild,
Frankfurt/Main, Leipzig 1996, S. 133-143.
[10] Vgl. L.
Müller, „Karl Philipp Moritz erklärt Arkadien, ’es ähnelte der Vorsehung, denn
es deutete auf Zusammenhang’“, in: „Wiederholte Spiegelungen, Weimarer Klassik
1759-1832, Ständige Ausstellung des Goethe- Nationalmuseums“, Bd. 1., hg. v. G.
Schuster und C. Gille, München, Wien 1999, Bd. 1, S. 305f.
[11] A. Beyer,
„Johann Heinrich Meyer zensiert Preisaufgaben, ‘Die Kunst ist deshalb da, daß
man sie sehe, nicht davon spreche, als höchstens in ihrer Gegenwart’“, in: „Wiederholte
Spiegelungen, Weimarer Klassik“, Bd. 1, S. 410.
[12] Vgl. D.
Hennebo, „Goethes Beziehungen zur Gartenkunst seiner Zeit“, in: „Jahrbuch des
Freien Deutschen Hochstifts“, Tübingen 1979, S. 90-119. Vgl. M. Niedermeier,
„Das Ende der Idylle, Symbolik, Zeitbezug, ’Gartenrevolution’ in Goethes Roman
‚Die Wahlverwandtschaften“, Berlin, Bern, Frankfurt/Main, New York, Paris, Wien
1992, S. 19ff. Vgl. ders., „Goethe
und die ‚Revolution’ in der Gartenkunst seiner Zeit“, in: „Gärten der Goethezeit“
(1993), S. 9-27. Vgl. H. Günther, „’Da ist doch ein ganzes Land voll Gärten, welches
mein System begünstigt [...]’“, a.a.O., S. 29-43.
[13] Vgl. W.
Bode, „Goethes Leben im Garten am Stern“, Berlin 1911.
[14] Siehe: J.
Jahn, „Das künstlerische Leipzig und Goethe“, in: „Jahrbuch der
Goethe-Gesellschaft“, Neue Folge, Bd. 12 (1950), S. 153-163.
[15] Vgl. P.
Gerlach, „Johann Joachim Winckelmann, Kunstgeschichte als System“, in: „Klassiker
der Kunstgeschichte“, hg. v. K. - S. Rehberg, Aachen 1995, S. 145-162.
[16] Vgl. L.
Müller, „Karl Philipp Moritz erklärt Arkadien, ’es ähnelte der Vorsehung, denn
es deutete auf Zusammenhang’“, in: „Wiederholte Spiegelungen, Weimarer
Klassik“, Bd. 1, S. 305.
[17] Vgl. J. W. Goethe, „Goethes Werke“,
Herausgegeben im Auftrage der Großherzogin Sophie von Sachsen, Weimar 1999. Im
folgenden abgekürzt mit WA, Band und Seitenzahl. Hier: WA I, 27, S. 184.
[18] Vgl. I.
Mülder-Bach, „Johann Gottfried Herder mustert Goethe, ’Wo habt Ihr einen
Schauplatz des Lebens für mich?’“, in: „Wiederholte Spiegelungen, Weimarer Klassik“,
Bd. 1, S. 163ff. Vgl. A. Ohage, „Johann Caspar Lavater beschattet die Epoche,
’mein und meines Bruders Lavaters Phisiognomischer Glaube’“, in: „Wiederholte
Spiegelungen, Weimarer Klassik“, Bd. 1, S. 133.
[19] WA IV, 1,
S. 209.
[20] Eine
geschichtliche Einordnung Weimars zur Goethezeit gibt M. Knoche: Vgl. ders., „Herzogin Anna Amalia sieht eine
Lücke, ’Ein ganz anderer Geist war über Hof und Stadtgekommen’“, in: „Wiederholte Spiegelungen,
Weimarer Klassik“, Bd. 1, S. 35ff.
[21] WA IV, 3,
S. 64f.
[22] A.a.O., S.
65-68.
[23] Goethe an
Charlotte von Stein am 14. Mai 1776, in: „Goethes Briefe an Charlotte von
Stein, Neue, vollständige Ausgabe auf Grund der Handschriften im Goethe= und
Schillerarchiv“, Erster Band, Erster Teil, hg. v. J. Petersen, Leipzig 1923, S.
23. Einen detaillierten Bericht geben dazu: U. Müller, „’Ziehet das Genie des
Orts zu Rathe; (...) es mahlet, indem ihr planzet, und zeichnet Entwürfe, indem
ihr anleget’“ in: „Wiederholte Spiegelungen, Weimarer Klassik“, Bd. 1., S.
247f.
[24] Vgl. H.
Burkhardt, „Die Entstehung des Weimarer Parks 1778-1828“, Weimar 1898.
[25] Dazu
ausführlicher: M. Niedermeier, „Goethe und die ‚Revolution’ in der
Gartenkunstseiner Zeit“, in: „Gärten
der Goethezeit“ (1993), S. 9ff. Niedermeier weist in seinem Artikel nach, daß
Goethe nicht nur ein besonderes Interesse an der frühen Gestaltung des Ilmparks
hatte, sondern sich darüber hinaus zunehmend von der sentimentalischen Gartengestaltung
distanzierte.
[26] WA III, 1,
S. 39.
[27] A.a.O., S.
43.
[28] A.a.O., S.
61.
[29] Goethe WA
IV, 3, S. 207.
[30] Ebda.
[31] Goethe, Schema
zu einem Aufsatz die Pflanzenkultur im Großherzogtum Weimar darzustellen, in: Die
Schriften zur Naturwissenschaft, Bd. 9, Weimar 1954, S. 239.
[32] Vgl. J.
Jäger, „Der Park an der Ilm in Weimar, Gartenhistorisch-gartenarchitektonische
Analyse und Konzeption für seine Wiederherstellung“, in: „Impulse, Aufsätze,
Quellen, Berichte zur deutschen Klassik und Romantik, Berlin“, Weimar 1978, S.
337-351. Vgl. W. Huschke, „Die Geschichte des Parkes von Weimar“, Weimar 1951.
Vgl. ders., „Das Tempelherrenhaus im Weimarer Park“, in: „Zeitschrift
des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunst“, N. F. 34 (1940),
S. 278-288. Vgl. ders. und W. Vulpius, „Park um Weimar, Ein Buch von Dichtung
und Gartenkunst“, Weimar 1955. Vgl. M. Kahler, Goethes Gartenhaus in Weimar,
Weimar 161982.
[33] WA I, 36,
S. 242.
[34] A.a.O., S.
35ff.
[35] A.a.O., S.
36.
[36] WA IV, 3,
S. 222f.
[37] Vgl. U. Müller,
„’Ziehet das Genie des Orts zu Rathe; (...) es mahlet, indem ihr planzet, und
zeichnet Entwürfe, indem ihr anleget’“ (2001), S. 106.
[38] WA III, 2,
S. 113.
[39] Ebda.
[40] L. H. H.
Pückler-Muskau, „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“, hg. v. G. V. Vaupel,
Frankfurt/Main 1988, S. 11.
[41] A.a.O., S.
15.
[42] A.a.O., S.
25.
[43] Zur
Thematik: R. Kanz, „Dichterportraits an Gartendenkmälern der Empfindsamkeit“,
in: „Die Gartenkunst“ 5, H. 1 (1993), S. 126-134.
[44] Vgl. J.
Saltzwedel, „Karl Ludwig Knebel erfindet Tiefurt, ’Die Consequenz der Natur
tröstet schon über die Inconsequenz der Menschen’“, in: „Wiederholte
Spiegelungen, Weimarer Klassik“, Bd. 1, S. 207.
[45] L. H. H.
Pückler-Muskau, „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ (1988), S. 42.
[46] Zum
Italienaufenthalt: N. Miller, „Louise von Göschhausen sammelt Souvenirs, ’Ist
das nicht ein kühnes Unternehmen?’“, in: „Wiederholte Spiegelungen, Weimarer
Klassik“, Bd. 1, S. 371ff.
[47] F. Facius,
„Wilhelmstal bei Eisenach, Eine Parkschöpfung der Carl-August- und der Carl-Alexander-Zeit”,
in: „Geistiger Umgang mit der Vergangenheit, Studien zur Kultur- und
Staatengeschichte, Festschrift für. W. Andreas“, hg. v. F. Facius, K. F. Reintzing
und H. Schlick, Stuttgart 1962, S. 23-54.
[48] H.
Schlaffer, „Charlotte von Stein erträgt amtliche Tätigkeiten, ’Behalten Sie
mich als Freund lieb, wenn ich Ihnen als Minister fatal werden muß’“, in:
„Wiederholte Spiegelungen, Weimarer Klassik“, Bd. 1, S. 237ff.
[49]Goethe
an Charlotte von Stein am 22. Juli 1776 (1923), S. 36.
[50] Ebda. Zwischen
dem 13. und 16. September 1777 gibt Goethe eine ausführliche Naturbeschreibung
von Wilhelmsthal. Vgl. S. 83.
[51] WA IV, 12,
S. 342.
[52] A.a.O., S.
169.
[53] Goethe an
Charlotte von Stein am 3. Oktober 1779 (1923), S. 167.
[54] „Salvator
Rosa, Genie der Zeichnung, Studien und Skizzen aus Leipzig und Haarlem“, hg. v.
H. Guratzsch, Museum der bildenden Künste Leipzig vom 24. Juni bis 8. August
1999, Leipzig 1999, S. 25.
[55] E. Burke,
„Philosophische Untersuchungen über den Ursprung unserer Ideen vom Erhabenen
und Schönen“, hg. v. W. Strube, Hamburg 21989.
[56] I. Kant,
„Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen“, in: „Immanuel Kant,
Werke in sechs Bänden“, hg. v. W. Weischedel, Darmstadt 1983, S. 826ff.
[57] E. Burke,
„Philosophische Untersuchungen über den Ursprung unserer Ideen vom Erhabenen
und Schönen“ ( 21989), S. 72f.
[58] Vgl.
„Weltbild Wörlitz, Entwurf einer Kulturlandschaft“ (1996), S. 419.
[59] F.
Maier-Solgk; A. Greuter, „Landschaftsgärten in Deutschland“ (1997), S. 32f.
[60] Diese
Einschränkung, „die Natur vollständig in sein Werk einzubringen“, betont auch
Shaftesbury, wenngleich er hier nicht die Gartenkunst im Blick hat, sondern die
Nachahmung der Natur durch den Schriftsteller. Vgl. B. Schmidt-Haberkamp, „Die
Kunst der Kritik, Zum Zusammenhang von Ethik und Ästhetik bei Shaftesbury“
(2000), S. 137.
[61] WA IV, 3,
S. 141f.
[62] Carl
August an Goethe, 27. Dezember 1792, in: Briefwechsel des Herzogs-Großherzogs
Carl August mit Goethe, hg. v. H. Wahl, Bd. 1, Berlin 1915, S. 168.
[63] Vgl. K.
Fischer, „Clemens Wenzel Coudray baut Pläne‚’Die architektonische Schönheit
geht aus Zweckdienlichkeit und Simplicität hervor’“, in: „Wiederholte
Spiegelungen, Weimarer Klassik“, Bd. 1, S. 487ff.
[64] Vgl. A.
Beyer, „Dorisch in Weimar – Zu Goethes architektonischem Lehrgebäude“, in: „Das
Römische Haus in Weimar“, München, Wien 2001, S. 18f.
[65] Zur
Thematik: P. Maisak, „Goethe und die Malerei in Italien“, in: „’[…] auf classischem
Boden begeistert’, Goethe in Italien“, Ausstellungskatalog Goethemuseum Düsseldorf
u. a. 1986/87, Mainz 1986, S. 66-87. Vgl. auch ders., „Aspekte der Kunst
im Sturm und Drang“, in: „Sturm und Drang“, Ausstellungskatalog Freies
Deutsches Hochstift/Frankfurter Goethe-Museum 1988/89, Goethe-Museum Düsseldorf
1989, hg. v. C. Perels, Frankfurt/Main 1988, S. 223-291.
[66] Siehe: D.
Herzog, „Das Römische Haus und die zeitgenössische Architekturliteratur“, in:
„Das Römische Haus in Weimar“ (2001), S. 51.
[67] A.a.O., S.
54.
[68] „Goethes
Gespräche“, hg. v. Freiherr von Biedermann, Bd. 2, Leipzig 1910, S. 215.
[69] WA IV, 41,
S. 130.
[70] C. Jamme,
„Christian Gottlob von Voigt administriert Philosophen, ’ein Brennpunkt des
Lichts und der Wärme’“, in: „Wiederholte Spiegelungen, Weimarer Klassik“, Bd.
2, S. 621.
[71] „Goethes
Gespräche“, hg. v. W. Herwig, Bd. 1, Zürich 1965, S. 557.
[72] WA II, 6, S. 5.
[73] A.a.O., S. 98.
[74] A.a.O., S.
99.
[75] A.a.O., S.
102.
[76] WA I, 20,
S. 4ff.
[77] WA III,
13, S. 10.
[78] A.a.O., S. 233f.
[79] A.a.O., S. 236.
[80] HA, Bd. 12, S. 13f.
[81] A.a.O., S. 16f.
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