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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe Letzte Änderung: 22.12.10

Kritik der Kritik der Klimaökonomik von Felix Ekardt

von Nathan Warszawski

Felix Ekardt trifft den Nagel auf den Kopf mit seiner These: Wachstum stößt in einer endlichen Welt irgendwann an Grenzen … Es kann nicht die gesamte Welt … unendlich immer reicher werden. Auch wenn die Menschheit von fossilen Brennstoffen auf Sonnenenergie umsteigt, bleiben die sonstigen Rohstoffe dieser Welt endlich.
Cave! Verstehen wir die These, wie sie geschrieben ist, oder interpretieren wir sie, weil ihre Logik evident ist?
Die Rohstoffe sind endlich. Deshalb können nicht alle Menschen unendlich immer reicher werden. Die Menschen können jedoch endlich, für eine gewisse Zeit immer reicher werden! Wie lange dauert „endlich“? 100 Jahre? 10.000 Jahre? 1.000.000 Jahre?
Für den Einzelnen bedeuten 10.000 endliche Jahre die Unendlichkeit. 1.000.000 endliche Jahre sind für die Menschheit eine unüberschaubare lange Zeit, die an Unendlichkeit heranreicht.
Wahrscheinlich versteht Felix Ekardt unter Rohstoff-Unendlichkeit 100 Jahre. Einen Zeitraum, den kaum einer der Leser seiner Seiten überleben wird. Somit wird kein heute lebender Mensch erfahren, ob seine These widerlegt wurde. Bestimmte, einige oder viele Rohstoffe mögen in 100 Jahren nicht mehr verfügbar sein. Ob sie zwischenzeitlich erfolgreich ersetzt worden sind?
Der Klimawandel ist das größte Problem des 21. Jahrhunderts. Zerstören wir die klimatische Grundlage menschlicher Existenz, brauchen wir uns über Finanzkrisen und Arbeitsplätze keine Gedanken mehr zu machen.
Diese Sätze klingen gut. Der zweite Satz ist absolut wahr und grammatikalisch, jedoch nicht logisch, korrekt. Nicht „zerstören wir“, sondern „wenn wir zerstören“ lässt die Wahrheit erkennen: Wenn wir die klimatische Grundlage menschlicher Existenz zerstören, dann brauchen wir uns über Finanzkrisen und Arbeitsplätze keine Gedanken mehr zu machen.
Und wenn wir die klimatische Grundlage nicht zerstören? Oder - unfähig wie wir sind - nicht zerstören können?
Ich wage zu behaupten, dass mehr Menschen im Sorgeland Deutschland sich Gedanken über Finanzkrisen und Arbeitsplätze machen als über den Klimawandel. Irgendwie unterstützt dies meine These, dass wir unfähig sind, die klimatische Grundlage zu zerstören.
Ist also der Klimawandel nicht das größte Problem des 21. Jahrhunderts? Oder wird ihm lediglich nicht der gebührende Respekt gezollt?
Kein heute lebender Mensch wird es jemals erfahren.
Sollte in nächster Zeit ein entschlossener globaler Klimaschutz für die Zeit ab 2012 zwischen den Staaten vereinbart werden und der befürchtete Klimawandel nicht eintreten, so wissen wir trotzdem nicht, ob der befürchtete Klimawandel auch ohne globalen Klimaschutz nicht eingetreten wäre.
Sollte ein globaler Klimaschutz nicht vereinbart werden und der befürchtete Klimawandel eintreten, so wissen wir trotzdem nicht, ob der befürchtete Klimawandel auch mit globalem Klimaschutz eingetreten wäre.
Nicht der Klimawandel ist das Problem des 21. Jahrhunderts, sondern die Angst, die vor dem Klimawandel als das größte Problem des 21. Jahrhunderts geschürt wird. Die Umsetzung der Klimaziele birgt Risiken, die die Menschheit als ganzes bedrohen.
Kehren wir zum Anfang zurück:
Es gibt Ressourcen, die für die Menschen lebenswichtig und endlich sind: Nahrungsmittel.
Ob Nahrungsmittel ausreichen, alle Menschen zu versorgen, hängt ab von der Menge der vorhandenen und verwertbaren Nahrungsmittel und von der Anzahl der Konsumenten, der Anzahl der Menschen auf diesen Planeten. Da Nahrungsmittelanbau Platz benötigt, ist es vorstellbar, dass mehr Menschen den Raum für den Nahrungsmittelanbau und die Menge der Nahrungsmittel einschränken. Möglicherweise verträgt unser Planet nur eine bestimmte Menge an Menschen. Die Zahl ist uns nicht bekannt, obwohl sie in weniger als 50 Jahren erreicht werden kann und wir Leser sie somit erfahren können. Sollte es diese Zahl geben und wird sie überschritten werden, dann werden wir die Grundlage menschlicher Existenz zerstört haben und brauchen uns über Finanzkrisen und Arbeitsplätze keine Gedanken mehr zu machen. Auch keine Gedanken über den Klimawandel.

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Kommentar zu

Warszawski 10.11.2010 18:31

Kritik der Klimaökonomik von Felix Ekardt http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_2706/

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