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Erschienen in Ausgabe: No 81 (11/2012) Letzte Änderung: 13.02.13

Auf welchen Trinkspruch sollte man in Rumänien unbedingt verzichten?

von Heike Geilen

Wenn man jemanden lobt, hebt man den Daumen. Beim Verneinen schüttelt man den Kopf. Und hebt man Daumen und Zeigefinger bekommt man prompt zwei Bier. Was in Deutschland problemlos klappt, kann im Ausland zur kleinen Katastrophe werden. Manchmal ist ein- und derselbe Fingerzeig in einem Land noch völlig harmlos, in einem anderen jedoch eine äußerst vulgäre Beleidigung. Scheinbar harmlose Gesten oder Worte gelten in anderen Kulturkreisen unter Umständen als schlimmer Fauxpas. Es ist daher nicht von Nachteil, sich vor einer geplanten Reise über die Bräuche und Gepflogenheiten in seinem Reiseland zu erkundigen.
So kann es zum Beispiel in den USA riskant sein, jemandem zu nahe zu treten. Als Mann sollte man niemals eine Frau berühren, die nicht die eigene ist. Schnell kann es sonst passieren, dass man wegen sexueller Belästigung angezeigt wird. Ganz anders verhält es sich in Argentinien. Direkter Körperkontakt während einer Unterhaltung ist in südamerikanischen Ländern gang und gäbe. Und in Ägypten kann es in einem fast leeren Bus passieren, dass der einzige Zusteigende sich neben einen setzt. Ägypter stellen sich den natürlichen Anziehungskräften zwischen Körpern nicht entgegen.
Problematisch wird es allerdings in Brasilien, wenn Sie als Mann die Beine übereinander schlagen. Es sei denn Sie wollen von einem anderen Mann zu einem Tête-à-Tête eingeladen werden. In Italien wiederum gibt man sich sofort als kulturloser Tourist zu erkennen, wenn man nach dem Mittag- oder Abendessen einen Cappuccino bestellt. Und in einem französischen Restaurant wartet man unbedingt, bis der Kellner kommt und den Platz zuweist. Diesen hat man dann auch ohne Protest zu akzeptieren, auch wenn man womöglich lieber in der anderen Ecke des Raumes diniert hätte.
In Sachen Reise-Knigge ist vor allem China für Europäer ein kompliziertes Terrain - oft mit denselben Abweichungen von der Gewohnheit wie in anderen Teilen Asiens. Dabei sind Armgerangel oder gar echte Handgreiflichkeiten, wenn es um das Bezahlen einer Rechnung geht, noch amüsant.
Um letztendlich noch die Frage in der Überschrift zu beantworten: Hier wartet Seite 120 mit der Lösung auf: "Sollten Sie in Rumänien in eine Trinkrunde geraten, tun Sie gut daran, beim Anstoßen auf ein beherztes 'Prost!' zu verzichten. Denn 'prost' ist (eben auch) Rumänisch und bedeutet 'Dummkopf'. Sagen Sie stattdessen 'Noroc!' und alles ist gut.
Fazit: Hätten Sie den "Auslands-Knigge" gelesen, wäre Ihnen das nicht passiert. Diese und andere Beispiele dafür, wie verschieden die Kulturen dieser Welt sein können, hält das schmale Büchlein bereit. Es bietet dem Leser eine unterhaltsame Lektüre, die auf kleine Fallen aufmerksam macht, die im Ausland lauern und verrät auch, wie man diese umschifft. Ein Anhang vervollständigt die "Reise um die Welt". Er präsentiert alle im Buch behandelten Länder mit Lageskizze, Grunddaten und Angaben zur Bevölkerung.
Wer jedoch ein richtiges Handbuch erwartet, der wird enttäuscht sein. Eher ist es eine amüsante Reise durch diverse Ländersitten und -tabus.


Bitte niemals pünktlich sein!
Kleiner Knigge der internationalen Benimmirrtümer
Wissenmedia Verlag, (April 2012)
160 Seiten, Broschiert
ISBN-10: 3577146575
ISBN-13: 978-3577146579
Preis: 9,99 EURO

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