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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe Letzte Änderung: 22.01.13

Werte schaffen Werte:
Warum wir Studiengebühren brauchen!

von Thomas Goppel

Stefan Groß: Herr Dr. Goppel, ich zitiere Sie: „Erst Bildung eröffnet dem Menschen Chancen für ein Leben in Freiheit, Selbstentfaltung und Verantwortung.” Wenn Bildung ein Gut erster Klasse ist, widerspricht dem nicht, dass Studierende für ihre Bildung zahlen müssen? Ein heftiger Streit um die Abschaffung der Studiengebühren führt derzeit zu einer angespannten Lage mit dem Koalitionspartner FDP.


Thomas Goppel: Wir finden eine verquere Gemengelage vor. Die FDP, die die Studienbeiträge erst nicht wollte, will sie jetzt beibehalten. Unser Ministerpräsident wollte sie nie, hat sie aber sozial so abgefedert, dass sie ohne weiteres beibehalten werden könnten. Einer wie ich hat immer von Studienbeiträgen gesprochen, nie – wie übrigens Sie auch – von Gebühren. Auch für Bayern gilt: Der Staat finanziert die Ausbildung aller. So, wie die jungen Meister wollten wir allerdings auch die Studierenden um die Spitzenfinanzierung ersuchen, die vor allem in unberechenbar großen Zulaufjahren – jetzt also auf Sicht – anfällt. Wir wollen also nicht schröpfen, sondern gezielt zusätzlich fördern, Gutes tun.
Wir wollen nicht verdienen an den Studenten und ihren Abgaben, sondern wir wollen gemeinsam mit ihnen ihr Studium besser und direkter gestalten. Im übrigen gilt auch hier: Etwas, für das nichts bezahlt wird, ist nichts wert, das wissen wir aus allen alltäglichen Begegnungen. Seitdem bezahlt wird, kümmern sich Studierende um den optimierten Ablauf ihres Studiums. Das aufzugeben, bin ich ehrlich gesagt auch nicht bereit. Studienbeiträge machen auch ein ganz klein wenig darauf aufmerksam, dass die Gesellschaft eine Unmenge dafür aufwenden muss, damit jeder einzelne sach- und anlagengerecht versorgt wird. Nicht nur die Akademiker wie bisher. Einen Ausgleich halte ich da für überfällig. Wenn morgen die Studienbeiträge wegfallen, bedeutet das einen Verlust von 100ten Millionen Euro, die den Hochschulen direkt abgehen. Der Finanzminister wird sie nicht ohne Gegenleistung aus seiner Kasse berappen. Er wird ausdrücklich darauf bestehen, dass ein Teil davon von den Studierenden selbst getragen wird, und wenn er es indirekt bei den Haushaltsverhandlungen durchdrückt. Überdies wird es viele Jahre dauern, bis das schon verausgabte Geld wieder da ist. Die dazugehörigen Studierenden sind dann längst nicht mehr vor Ort. Den ganz großen Vorzug, dass die Betroffenen zahlen und kontrollieren, was mit ihrem Geld (das ja mit einem zinsgünstigen Kredit für alle beschafft werden kann) geschieht, würde ich so oder so niemals wieder aufgeben wollen (ganz im Gegensatz zu den weit verbreiteten Sozialträumern, die sichtlich an den Geldesel für Selbstbediener glauben).

Dies ist ein Auszug eines längeren Interviews mit Dr. Thomas Goppel, das Dr. Dr. Stefan Groß führte.

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Warum wir Studiengebühren brauchen!

hermaflei 23.01.2013 09:08

Ich bin der meinung, dass es falsch ist Studiengebühren zu nehmen. Dis Ausgebildeten werden nach ihrer Ausbildung in der Arbeitswelt der Gesellschaft gebraucht. Es wird Geld verdient und es werden Steuern bezahlt. Diese Steuern will die Gesellschaft - Staat - einnehmen. Dann ist es auch richtig, dass die Gesellschaft-Staat seinen Anteil dazu beiträgt dass diese Steuerzahler überhaupt entstehen können. Der Studierende lernt - leistet also seinen Beitrag - die Gesellschaft zahlt. Der Ausgebildete arbeitet und die Gesellschaft-Staat bekommt über die Steuern das Geld wieder zurück. Es ist für mich nicht einsehbar warum die Gesellschaft-Staat seinen Anteil an der gesamtleistung verweigert,sogar noch Geld einnimmt und dann später leistung in Form von Steuern verlangt. Das wäre genau so, als wenn Eltern zwar Kinder in die Welt setzen, ihnen aber nicht Wohnung,Wärme, Klaidung und Nahrung geben. Wer ernten will muss vorher auch sähen.

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