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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe Letzte Änderung: 30.04.14

32. INTERNATIONALES FILMFEST MÜNCHEN
Nichts ist spannender als die Wirklichkeit
Auswahl der besten TV-Movies auf dem 32. FILMFEST MÜNCHEN (27. Juni - 5. Juli 2014) zeigt die Lust am Authentischen

von München Filmfest

Eine breite Palette von Themen quer durch die Geschichte, von denen sich viele an realen Ereignissen orientieren, ist in den Filmen der Reihe Neues Deutsches Fernsehen beim FILMFEST MÜNCHEN zu sehen. Der Bogen spannt sich von den Hexenverfolgungen über die Nachkriegs- und Wendejahre bis in die heutige Zeit. "Die Authentizität der Filme geht unter die Haut", sagt Ulrike Frick, die für die Festival-Reihe verantwortlich ist. "Die Anlehnung an die Realität erzeugt eine ganz eigene Spannung."
Am weitesten zurück in die Geschichte blickt Regisseur Urs Egger mit seinem Historiendrama "Die Seelen im Feuer". Die fiktive Geschichte spielt vor dem Hintergrund der historisch belegten Hexenverfolgungen in Bamberg im 17. Jahrhundert.
Um jüdisches Leben im München der Nachkriegszeit geht es in zwei autobiographisch geprägten Filmen. Das Biopic "Landauer" von Regisseur Hans Steinbichler gibt einen Einblick in das Leben des FC-Bayern-Präsidenten und Juden Kurt Landauer, der nach der Verfolgung durch die Nazis wieder die Führung des Vereins übernimmt. Vom Leben der jüdischen Familie Stöger in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Krieg erzählt Michael Verhoeven in seinem neuesten Film "Let's Go!" - und orientiert sich dabei an Motiven des autobiographischen Romans der Autorin Laura Waco.
Auf tatsächlichen Ereignissen beruht auch "Bornholmer Straße". Der Film beleuchtet den Mauerfall am 9. November 1989 aus einer überraschenden Perspektive - der der überforderten Soldaten am Berliner Grenzübergang Bornholmer Straße. Regisseur Christian Schwochow, damals noch ein Kind, hat den Film nach den Erinnerungen (und dem Drehbuch) seiner Eltern inszeniert und setzt dabei komödiantische Akzente.
Ernst geht es in dem Kriminaldrama "Für immer ein Mörder - Der Fall Ritter" zu, das sich auf wahre Begebenheiten in der DDR-Zeit stützt. Zwei junge Polizisten sollen nach der Wende einen 15 Jahre alten Mordfall noch einmal aufarbeiten und stoßen dabei auf unfassbare Stasi-Verhörmethoden und eine umfangreiche Vertuschungsaktion.
Aber auch Ereignisse der Gegenwart dienen als Vorlage für herausragende Fernsehfilme: die Fälle von sexuellem Missbrauch an Schülern der hessischen Odenwaldschule ("Die Auserwählten"), der bis heute nicht völlig geklärte Selbstmord der engagierten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig ("Das Ende der Geduld"), oder der aufsehenerregende Fall einer reichen Unternehmerin, die sich auf eine Affäre einlässt und anschließend mit kompromittierenden Fotos erpresst wird ("In der Falle"). Illegale Leihmutterschaften, mit denen sich Paare aus Europa in Indien den Traum vom Kind erfüllen ("Ein neues Leben"), werden ebenso thematisiert wie Klüngeleien in der Politik und die Frage, wie viele Affären eine politische Karriere vertragen kann ("Männertreu").
Dass der Blick in die Vergangenheit auch ein spielerischer sein kann, zeigen unter anderen auch zwei neue Krimis. In "Die reichen Leichen. Ein Starnbergkrimi" lässt Regisseur Dominik Graf ein Double des Märchenkönigs Ludwig II. im See auftauchen und ein allseits umschwärmtes Mädchen namens Sissi entführen. Und im neuen Hessen-Tatort "Im Schmerz geboren" liefern sich Ermittler Ulrich Tukur und Bösewicht Ulrich Matthes ein spannendes Duell, in dem sich deutscher Krimi und Shakespeare-Tragödie verbinden.
Insgesamt zeigt die Reihe Neues Deutsches Fernsehen die Premieren von 18 der besten TV-Filme des kommenden Jahres vorab auf der großen Leinwand. Mit dabei sind die neuesten Filme mit Martina Gedeck, Claudia Michelsen, Suzanne von Borsody, Julia Jentsch, Anna Loos, Rosalie Thomass, Matthias Brandt, Edgar Selge, Axel Milberg, Ulrich Noethen, Charlie Hübner, Maxim Mehmet und vielen anderen. Unter den Machern sind viele namhafte deutsche Regisseure, darunter auch Rainer Kaufmann, Matti Geschonnek, Nina Grosse, Hermine Huntgeburth, Andreas Kleinert und Alexander Adolph.
Alle Filme der Reihe konkurrieren um den Bernd Burgemeister Fernsehpreis, der am 29. Juni auf dem FILMFEST MÜNCHEN vergeben wird. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) gestiftet. Die Jury bilden in diesem Jahr die Schauspielerin Susanne Wolf, die ehemalige SWR-Fernsehspiel-Chefin Susan Schulte sowie der Drehbuchautor und Regisseur Michael Gutmann, der als Professor an der Hochschule für Fernsehen und Film München lehrt.

Alle Filme der Reihe Neues Deutsches Fernsehen:
Die Auserwählten
Regie: Christoph Röhl
Drehbuch: Sylvia Leuker, Benedikt Röskau
mit Julia Jentsch, Ulrich Tukur, Lena Stolze, Leon Seidel, Béla Gabor Lenz
ndF: neue deutsche Filmgesellschaft Berlin für WDR
Bornholmer Straße
Regie: Christian Schwochow
Drehbuch: Rainer Schwochow, Heide Schwochow, Original von Gerhard Haase-Hindenberg
mit Charly Hübner, Milan Peschel, Rainer Bock, Ludwig Trepte, Jasna Fritzi Bauer
UFA Fiction für MDR
Das Ende der Geduld
Regie: Christian Wagner
Drehbuch: Stefan Dähnert
mit Martina Gedeck, Jörg Hartmann, Sascha Alexander Gersak, Sesede Terziyan, Rafiq al Wahid
Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion für BR/NDR
Die Frau aus dem Moor
Regie: Christoph Stark
Drehbuch: Ariela Bogenberger, Original von Roland Voggenauer
mit Florian Stetter, Marlene Morreis, Rosalie Thomass, Wolfgang Hübsch, Thomas Schmauser
TV60Filmproduktion für ZDF
Für immer ein Mörder - der Fall Ritter
Regie: Johannes Grieser
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt
mit Hinnerk Schönemann, Teresa Weißbach, Oliver Stokowski, Karl Kranzkowski, Luca Zamperoni
FFP New Media für ZDF/arte
Helen Dorn - Unter Kontrolle
Regie: Matti Geschonneck
Drehbuch: Magnus Vattrodt
mit Anna Loos, Matthias Matschke, Stephan Bissmeier, Ernst Stötzner, Barbara Auer
Network Movie Film- und Fernsehproduktion für ZDF
Ich will Dich
Regie: Rainer Kaufmann
Drehbuch: Kathrin Richter, Jürgen Schlagenhof
mit Ina Weisse, Erika Marozsán, Ulrich Noethen, Marc Hosemann
Constantin Television für WDR/arte
In der Falle
Regie/Drehbuch: Nina Grosse
mit Claudia Michelsen, Michael Rotschopf, Bernhard Schütz, Michelle Barthel, Philipp Hochmair
Zeitsprung Entertainment für NDR
Landauer
Regie: Hans Steinbichler
Drehbuch: Dirk Kämper
mit Josef Bierbichler, Jeanette Hain, Herbert Knaup, Andreas Lust, Johannes Lechner
Zeitsprung Entertainment für BR
Let's Go!
Regie: Michael Verhoeven
Drehbuch: Michael Verhoeven, Original von Laura Waco
mit Alice Dwyer, Maxim Mehmet, Naomi Krauss, Katharina Nesytowa, Max von Thun
EIKON Süd für ARD Degeto/BR/WDR
Männertreu
Regie: Hermine Huntgeburth
Drehbuch: Thea Dorn
mit Matthias Brandt, Suzanne von Borsody, Maxim Mehmet, Lisa Hagmeister, Claudia Michelsen
HR
Neben der Spur - Adrenalin
Regie: Cyrill Boss, Philipp Stennert
Drehbuch: Frederik Weis, Cyrill Boss, Philipp Stennert, Original von Michael Robotham
mit Ulrich Noethen, Petra van de Voort, Nikolai Kinski, Laura Tonke, August Zirner
Network Movie Film- und Fernsehproduktion für ZDF
Ein neues Leben
Regie: Andreas Kleinert
Drehbuch: Florian Hanig, Sandra Nettelbeck, Andreas Kleinert
mit Julia Jentsch, Robert Kuchenbuch, Tilotama Shome, Swaroopa Gosh, Loni von Friedel
Roxy Film für BR
Nie mehr wie immer
Regie/Drehbuch: Petra K. Wagner
mit Franziska Walser, Edgar Selge, Christian Erdt, Luise Wolfram, Sebastian Zimmler
HR
Polizeiruf 110 - Morgengrauen
Regie/Drehbuch: Alexander Adolph
mit Matthias Brandt, Sandra Hüller, Andreas Lust, Axel Milberg
Bavaria Fernsehproduktion für BR
Die reichen Leichen. Ein Starnbergkrimi
Regie: Dominik Graf
Drehbuch: Sathyan Ramesh
mit Annina Hellenthal, Andreas Giebel, Florian Stetter, Hannes Jaenicke, Martin Feifel
Hager Moss Film für BR
Die Seelen im Feuer
Regie: Urs Egger
Drehbuch: Annette Hess, Stefan Kolditz, Original von Sabine Weigand
mit Mark Waschke, Silke Bodenbender, Axel Milberg, Alexander Held, Max von Pufendorf
Film-Line Productions für ZDF
Tatort: Im Schmerz geboren
Regie: Florian Schwarz
Drehbuch: Michael Proehl
mit Ulrich Tukur, Barbara Philipp, Ulrich Matthes, Golo Euler, Alexander Held
HR

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