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Erschienen in Ausgabe: Ohne Ausgabe Letzte Änderung: 03.10.16

Simon-Snopkowski-Ehrenpreis 2016 an den Bayerischen Rundfunk

von Anna Zanco-Prestel

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Der Bayerische Rundfunk ist der diesjährige Träger des Simon-Snopkowski-Ehrenpreises 2016, den die nach ihrem Gründer genannte „Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition“ alle zwei Jahre verleiht. Eine in etwa außergewöhnliche Wahl, die heuer nicht eine Person, wie in den vorausgegangenen Editionen, sondern eine Institution auszeichnet. Geehrt wurde der Sender für seine „hervorragenden Verdienste auf dem Gebiet der Förderung des Verständnisses für das Judentum im Allgemeinen, der Vermittlung politischen Zeitgeschehens und für seinen nachhaltigen Beitrag zur Erinnerungskultur.“ Der BR – war in den Ansprachen zu hören - sei der Sender, der in der vielfältigen deutschen Medienlandschaft am Intensivsten auf das deutsch-jüdische Verhältnis eingehe. Größerer Beliebtheit - war von Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden zu hören - erfreue sich Beispielweise bei jüdischen Familien die Kultursendung „Schalom“, die jeden Freitag zwischen 15.05 und 15.20 in Bayern 2 auf den Sabbat einstimmt. Besondere Erwähnung fand in seiner Laudatio das am 12. April 2014 und später auf dem Kanal ARTE ausgestrahlte TV-Projekt „24H Jerusalem“, das der BR trotz Boykottversuchen wegen der konfliktreichen Situation in der Heiligen Stadt erfolgreich verwirklichen konnte. Nicht immer – beanstandete der Festredner – sei die Berichterstattung gegenüber Israel ausgewogen, was auch bei anderen deutschen und europäischen Sendern generell festzustellen sei. Um Verständnis für manche Fehlleistungen der Vergangenheit bat Ulrich Wilhelm, seit 2011 Intendant des Bayerischen Rundfunks, der die Auszeichnung entgegen nahm. Der Ehrenpreis war in den vorausgegangen Jahren an Michael Verhoeven (2010), Hans-Jochen und Bernhard Vogel (2012) und Barbara Stamm (2014) gegangen.
An drei bayerische Schulen unterschiedlichen Ranges wurden die diesjährigen Preise verliehen. Der erste ging an die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule Neustadt a.d. Aisch für den Film „Stolpersteine“, der das Schicksal jüdischer Schüler in ihrer Stadt während der Zeit des Nationalsozialismus thematisiert. Preis 2 und 3 jeweils an die Schüler des Dossenberger-Gymnasiums Günzburg und an die Willi-Ulfig-Mittelschule Regensburg. Ziel des Preises ist die Weiterführung von Simon Snopkowskis Maxime, „den Dialog zu suchen, das Wissen lebendig zu halten und Brücken zur Verständigung und zum gegenseitigen Verständnis zu bauen.“ Aufgelockert wurde die Preisverleihung in Anwesenheit von 400 geladenen Gästen aus Politik und Kultur im überfüllten Kaisersaal der Münchner Residenz von der beschwingten musikalischen Darbietung vom Duo „Salz – Peffer“ - Stephanie Böhm und Komalé Akakpo.

Der Festakt fand am 28. September in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit statt und stand unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Ministerpräsidenten, der vom Bayerischen Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst Dr. Ludwig Spaenle vertreten wurde.

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