Die aktuelle Mai-Ausgabe 2013 ist da!

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10. Mai '13

Franz Hessel:
Pariser Romane

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"Ich schreibe etwas zitterig, doch es geht. Aber wird Dich dies alles, was ich da schreibe, noch angehen, Claude? Bist du nicht am Ende auch eingestellt in das Gegenwärtige, das Zielbewusste, den Sinn der Zeit? Und ich veralte immer mehr mit meinen Gedanken an das vergangene, vergehende Paris und an die Gebärden eines Mädchenkindes, das inzwischen längst aus meinem Leben verschwunden und am Ende auch eingestellt ist in das Jetzt. Vielleicht ist sie inzwischen Braut oder kriegsgetraute Gattin eines Fliegerhelden oder U-Boot-Kommandanten."

> Da wurde der Fremde ein Gast oder: Was ist aus unserer Welt geworden?
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15. April '13

"Die Welt ist alles,
was der Fall ist!

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"Was für eine außerordentliche Veränderung stattfindet ..., wenn erstmals die Tatsache ins Bewusstsein dringt, dass alles davon abhängt, wie eine Sache das erste Mal gedacht wird, wenn, in der Folge, Denken in seiner Absolutheit eine augenscheinliche Wirklichkeit ersetzt." Dieser Gedanke von Sören Kierkegaard könnte als Leitmotiv für das Buch des1927 in Albany geborenen und 2010 in New York verstorbenen Autors der Postmoderne stehen. Denn David Marksons lässt den Leser an einem ungewöhnlichen Denkprozess seiner Protagonistin teilhaben. Sie denkt sich eine Welt, die irgendwie aus der Zeit fiel, neu.

> Aus der Zeit gefallen oder: "Die Welt ist alles, was der Fall ist."
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21. Februar '13

Sergej Lebedew: Der
Himmel auf ihren Schultern

Vor tausenden von Jahren wurden die Verse des Gilgamesh-Epos auf Tontafeln verewigt. Sie thematisieren vor allem die Suche des darin "besungenen" sumerischen Königs nach Unsterblichkeit, nachdem sein aus Lehm geschaffener und Mensch gewordener Bruder Enkidu einer heimtückischen Krankheit zum Opfer fiel. Auch im Roman von Sergej Lebedew, der 2011 auf der Longlist des russischen Buchpreises "Nazbest" stand, begibt sich der Protagonist auf eine derart rastlose "Jagd" nach Ewigkeit und Unvergänglichkeit.

> Heike Geilen: Der Mann ohne Vergangenheit oder: Am Abgrund des Vergessens
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07. Januar '13

Christoph Ransmayr: Atlas
eines ängstlichen Mannes

"In Christchurch hatte ein Junge mit dem Revolver seines Vaters einen Freund erschossen. An der Nordküste waren drei Dutzend Grindwale gestrandet und erstickt, und drei von fünf Besatzungsmitgliedern waren ertrunken, nachdem ein Fischkutter in einer Monsterwelle gekentert war. In Afghanistan war Krieg. In einer Kleinstadt des amerikanischen Mittelwestens war ein Schüler Amok gelaufen." Meldungen wie diese geistern tagtäglich durch die Gazetten, beherrschen die Berichterstattungen auf der ganzen Welt. Doch unter ihrer destruktiven Oberfläche sucht sich ein zartes Pflänzchen seinen Weg ins Licht. Es trägt den Namen Hoffnung, erwachsen aus der Schönheit des Augenblicks.

> Am Rande der Wildnis oder: Auf dem kürzesten Weg zu den Sternen
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23. Oktober '12

Wer war eigentlich
August von Kotzebue?

"Das eigentliche Theatertalent der Deutschen war Kotzebue; er und seine Deutschen, die der höheren sowohl als die der mittleren Gesellschaft, gehörten notwendig zusammen; und die Zeitgenossen hätten von ihm im Ernste sagen dürfen: „In ihm leben, weben und sind wir.“ Hier war nichts Erzwungenes, Angebildetes, Halb- und Angeniessendes: was er wollte und konnte, wurde verstanden.“ So Nietzsche, einer der wenigen wichtigen nachgeborenen Befürworter des großen Theatertalents, das zu Lebzeiten immer wieder polarisierte. Annette Seemann begibt sich in der Tabula Rasa auf Spurensuche.

> Annette Seemann: August von Kotzebue
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15. Oktober '12

Arthur Rimbaud -
Moloch der Einsamkeit

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Am Anfang steht ganz zwingend die Frage nach dem Schöpfer selbst. Wer war der Mensch, das Wesen, die Gestalt – wer oder was steckte hinter jener schillernden, wortgewaltigen Fassade, die jeder überflüssigen Verzierung entbehrte und in ihrer vollen Pracht bis heute staunend bewundert wird, wiewohl sie, misst man ihre Maße an vergleichbaren Entwürfen, in einen winzigen Vorgarten passt? Welche Person verbarg sich hinter dem Werk und was hat es überhaupt mit diesem merkwürdigen Versteckspiel auf sich, ...

> Arthur Rimbaud – Moloch der Einsamkeit
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17. Oktober '12

Roger Willemsen
Momentum

"Als Kind war ich schlampig, unfähig, die Dinge zusammenzuhalten, dabei unkorrigierbar selbst durch den Satz: 'Du wirst in deinem Leben noch bittere Tränen vergießen über deine Unordnung.' Der Satz blieb stehen, der elterlichen Autorität wegen, und weil 'mein Leben' darin vorkam, für das ich kein Gefühl hatte. Tatsächlich sammelte ich vieles, verlor aber auch vieles, eine Kaurimuschel, einen Kanichenschädel, einen Hornlöffel, ein altes Puppenauge in einer Metallkapsel.", schreibt Roger Willemsen in seinem neuen Buch "Momentum".

> Visuelles Geräuschdesign oder Wo sind die Momente?
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12. Oktober '12

Der Kaufmann
von Venedig

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"Der Kaufmann von Venedig" gehört zu Shakespeares bekanntesten, aber auch zu seinen problematischsten, vieldeutigsten und höchst polarisierenden Stücken. Der heiteren und romantischen Rahmenhandlung wegen gilt es nach wie vor als Komödie. Doch die gegenläufigen Tonlagen, seine doppelbödigen Charaktere, die Mischung verschiedenster Themen und Motive, die vielseitige Sprache und nicht zuletzt der abgründige Shylock machen es zu einem schillernden Werk, das sich keinem Genre eindeutig zuordnen lässt.

> "Alles ist nicht Gold, was gleißt, manchen in Gefahr es reißt."
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07. Oktober '12

"Gehen wir nach Amerika,
die Sonne putzen"

Amerika - der Inbegriff des freien Lebens und das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dies mag einerseits am dortigen unbeschwerten Lebensstil liegen, andererseits aber auch, weil die USA für jeden das passende Fleckchen Erde bereithält. Das finden auch Anna, ihr Bruder Michael und der Rest ihrer Clique, allen voran der charismatische " Komantsche". Es ist Sommer und die Heranwachsenden lungern mehr gelangweilt als agil, mehr angetrunken, als nüchtern, am Baggersee ihres Heimatortes herum.

> "Gehen wir nach Amerika, die Sonne putzen.
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02. Oktober '12

Michail Schischkin
Briefsteller

"Neues aus der Wissenschaft: Berechnungen zufolge haben sich die meisten Menschen in den vergangenen fünf Jahrtausenden nicht aus freien Stücken einander genähert, sondern in der Art von Bäumen, die sich weder ihre Nachbarn noch ihre Bestäuber selbst aussuchen, Äste und Wurzeln einfach infolge ihres Wachstums miteinander verflechten. Außerdem spielt die Zeit verrückt, das haben Experimente bewiesen.

> Das Leben spult sich ab als endlose Kartoffelschale oder Die Zeit ist aus den Fugen
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08. September '12

Über Literatur
und Politik

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Wenn es um das Verhältnis von Politik und Literatur geht, wird der Gemeinplatz vom garstigen politischen Lied gern zitiert. Wir finden ihn natürlich in Goethes Faust, wo sonst! In Auer­bachs Keller sagt Brander: "Ein garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied!" (Goethe 1808: Z. 2092) und spricht damit eine zur Goethezeit weit verbreitete Ansicht aus, die Johann Gottfried Herder 1792 gar "Politisch Lied, ein böses, böses Lied" nennt. Es geht mir um eine Besichtigung vor allem der deutschsprachigen literarischen Landschaft und um ihr Verhältnis zur Politik.

> Karl-Heinz Hense: Politisch Lied, gar garstig Lied - Über Literatur und Politik
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07. September '12

Martin Walser:
Das dreizehnte Kapitel

Auf einer Feier im Schloss Bellevue anlässlich des 50. Geburtstages von Korbinian Schneilin, einem angesehenen Molekular-Biologen und Unternehmer, sitzt der renommierte Belletrist Basil Schlupp, Autor des Erfolgsbuchs "Strandhafer", am Tisch der Frau des Bundespräsidenten. Doch nicht sie erregt sein Aufsehen, sondern die Dame auf "höchstens halb zwei". Die 45-jährige Maja Schneilin, Professorin für Theologie und Gattin des Jubilars, mit ihrem "antiblonden" Haar und den "zierlichen Lachexplosionen" aus einem Mund voller "vibrierender Bereitschaft", erscheint ihm mit einer derart weiblichen Unverwechselbarkeit, dass es um den armen Schreiberling geschehen ist.

> Gefühlsausführlichkeiten im Nähe-Glück oder doch nur Dekorateure des Nichts
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07. September '12

Henning Ritter:
Verehrte Denker

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Mit diesen Worten beginnt Carl Schmitts "Ballade vom reinen Sein", die er unter dem Pseudonym Erich Strauß in den fünfziger Jahren veröffentlichte. Sie zeigt nur zu gut, dass der 1985 fast hundertjährig verstorbene Jurist und politische Denker, der zu einem der einflussreichsten und gleichzeitig umstrittensten deutschen Gelehrten im 20. Jahrhundert avancierte, vielseitig interessiert war und überall originelle Gesichtspunkte ins Spiel brachte. Henning Ritter, der sich bereits in jungen Jahren von dessen "Art zu sehen, zu denken, fasziniert von der Spannung, die er zu erzeugen vermochte" magisch berührt fühlte, führt mit Carl Schmitt seine "biografischen Inszenierungen" an.

> Ästhetische Reflexionen
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27. Juni '11

Frankreich und Deutschland
Anne Germaine Luise de Stäel

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Anne Germaine Louise de Staël-Holstein, geborene Necker, geboren 1766, gestorben 1817, war eine der ungewöhnlichsten Frauen an der Schwelle des 18. zum 19. Jahrhundert. Wer war sie, eine patriotische Französin, eine in der Wolle gefärbte Schweizerin, eine reiselustige Europäerin avant la lettre? Und: was war Heimat für die unstete, über 20 Jahre aus Frankreich exilierte Intellektuelle, deren Besuch in Weimar im Winter 1803/04 hier in Hofkreisen, aber insbesondere auch bei Goethe, Schiller und Wieland für große Aufregung sorgte?

> Annette Seemann: Madame de Stäel
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25. Juni '12

Charlotte
von Kalb

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„Charlotte ist eine große sonderbare weibliche Seele, ein wirkliches Studium für mich, die einem größeren Geist als der meinige ist, zu schaffen geben kann. Mit jedem Fortschritt unsers Umgangs entdecke ich neue Erscheinungen in ihr, die mich, wie schöne Partien in einer weiten Landschaft überraschen, und entzücken.“ Dies schrieb Schiller an seinen Freund Körner im Juli 1787.

> Annette Seemann: Charlotte von Kalb - Anlässlich ihres 250 Geburtstags
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05. September '11

Mario Vargas Llosa fordert
mehr politisches Engagement

Für den Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa steht außer Frage, wie er gegenüber dem Magazin „Der Spiegel“ betonte, daß ein Schriftsteller sich politisch positionieren muß. Wie der 75-Jährige betonte, dürfe sich ein Schriftsteller nicht davor scheuen, sich auch die Hände schmutzig zu machen. Eine seiner Hauptaufgaben bleibe es, sich kritisch in politische Debatten einzumischen. Dabei sei es wichtig, daß Schlagwörter durch Ideen ersetzt werden – statt flüchtiger Aktualität gilt es nach dem bleibenden Sinn zu suchen. Llosa war 1990 in Peru als Präsidentschaftskandidat angetreten. Die Tabula Rasa stellt ihn als politischen Schriftsteller vor.

> Michael Lausberg: Mario Vargas Llosa - ein politischer Schriftsteller
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11. Juli '11

Martin Walser und
Emanuel Swedenborg

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Für den in der Nähe von Überlingen am Bodensee lebenden Schriftsteller Martin Walser gehören Religion und Literatur einfach zusammen. In seinem neuesten Roman "Muttersohn" hat er daher versucht, die Fehlentwicklungen der Vergangenheit wieder zusammen zu fügen, da er davon überzeugt ist, daß in der europäischen Geistesgeschichte Religion und Literatur oft auseinandergegangen sind. Für seinen Romanprotagonisten Percy im neuen Buch, in dem auch Passagen aus „Mein Jenseits“ eingeflossen sind, sei deshalb das Weihnachtsevangelium das Schönste; es sei reine Literatur. Martin Walsers neues Buch trägt auch mystische Züge, insbesondere der schwedische Philosoph und Mystiker Emanuel Swedenborg (Foto) (1688-1772) hat Walser tief beeinflußt.

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05. Juli '11

Érik Orsenna - Lied
für eine geliebte Frau

Érik Orsenna, seit 1998 Mitglied der Académie Française und bereits mit diversen Preisen ausgezeichnet (unter anderem mit dem Prix Goncourt), ist ein unglaublich vielseitiger Schriftsteller. Sein Oeuvre offenbart sich so breitgefächert wie wohl kaum bei einem anderen Autor. Egal, ob er über Baumwolle („Weiße Plantagen“), die Faszination des Golfstroms („Lob des Golfstroms“), die Antarktis („Großer Süden“), unser Lebenselixier („Die Zukunft des Wasser“) oder seine Zeit als Ghostwriter von François Mitterrand und das Alltagsleben im Elysée-Palast schreibt, wenn man seine Bücher liest, gewinnt man schnell den Eindruck, einem Autor begegnet zu sein, der [...] seinen literarischen Stoff strickt.

> Vollendete Zukunft:
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24. Juni '11

Martin Walsers neuer Roman
"Muttersohn" ist erschienen

"Muttersohn" ist der neueste Roman aus der Feder Martin Walsers (84). Walser, der zu den wichtigsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur zählt, hatte erst vor kurzem den dritten Band seiner Tagebücher (1974-1978), seinen kleinen Essay zu Nietzsche und seine Novelle "Mein Jenseits" veröffentlicht. In „Muttersohn“, 500-Seiten, erzählt er die Geschichte von Anton Percy Schlugen, der die Gegenden zwischen Donau und Bodensee durchwanderte und dann Krankenpfleger in der Psychiatrie wird. Wie seine Mutter Fini, eine Schneiderin, die sogar Goethes "Iphigenie" auswendig kann, den Dichter Rilke liebt und später als Terroristen-Sympathisantin entlassen wird, fühlt sich auch der Sohn vom Unbeweisbaren angezogen.

> Martin Walser: Nietzsche lebenslänglich
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10. Juni '11

Zum Tod von
Jorge Semprún

Mit Jorge Semprun verliert Europa einen der größten Intellektuellen des Zwanzigsten Jahrhunderts, einen Schriftsteller und Denker, wie ihn das 21. Jahrhundert so dringend bräuchte. Größe bezeichnet hier nicht in erster Linie Erfolg, Zeitgeistkonformität, Berühmtheit, sondern bedeutet Klugheit im Sinne der Vermählung von Intelligenz und Moral und Wahrheit im Sinne von Wahrhaftigkeit. Intellektueller wird man nach Max Frisch nicht durch Gehabe oder auch nur überragende Intelligenz und Bildung (woran es Semprún nicht mangelte), sondern erst dadurch, daß man diese in den Dienst des Allgemeinwohls stellt.

> Ein Denker, wie ihn das 21. Jahrhundert so dringend bräuchte
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09. April '11

Robert Menasse kontra
Habermas und Enzensberger

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hat in der "Die Welt" die Europäische Union gegen die Kritik, die Jürgen Habermas und Hans Magnus Enzensberger formuliert haben, verteidigt. Wie der 1954 in Wien geborene Menasse betonte, seien die Defizite der EU eine Folge des Widerstands der Nationalstaaten, ohne den das Europäische Parlament jedenfalls freier und die Kommission stärker wäre. "Es ist ein Unterschied, ob man, wie Deutschland 1945, eine Demokratie geschenkt bekommt, oder ob man unter völlig veränderten Bedingungen ein demokratisches System entwickeln muss." Auch mit Blick auf die Bürgerrechte ist die Europäische Union oft fortschrittlicher und rationaler als jeder einzelne Mitgliedsstaat. Der Schriftsteller arbeitet derzeit an einem neuen Roman und hat sich in das Milieu der Brüsseler EU-Behörden begeben.

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07. Februar '11

Arno Geiger und die
Akzeptanz der Demenz

Der Schriftsteller Arno Geiger, 1968 in Bregenz, Österrreich, geboren, hat unterstrichen, daß die Demezkrankheit für ihn einfach ein Schicksal ist. Wie der Preisträger des "Deutschen Buchpreises" (2005) betonte, sind Charakter und Haltung in bestimmten Situationen wichtiger als Intelligenz. Geiger, der seit 1993 als freier Schriftsteller in Wien lebt, kam zu diesem Schluß durch ganz private Erfahrungen mit seinem an Demenz erkrankten Vater. Das Problem mit der Intelligenz sei, daß man ihr Schwinden immer erklären wolle, betont Geiger im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Demenzkrankheit muß man vielmehr als Schicksal ansehen; zwar sei sein Vater zwar noch blitzgescheit, kann aber die Welt nicht mehr zentrieren. Vor zwei Jahren setzte sich der Journalist Tilman Jens mit der Erkrankung seines Vaters, Walter Jens kritisch auseinander - das Buch sorgte für Schlagzeilen. Auch Ursula von der Leyen vermerkte kritisch, daß die Alzheimerkrankheit immer noch ein Tabuthema ist.

> Demenz: Der lange Abschied von Walter Jens und das Resümee seines Sohnes Tilman> Demenz – ein unabwendbares Schicksal oder doch nicht?> Ursula von der Leyen: "Immer noch eine Tabudiagnose"
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08. Maerz '11

Neue Biografie über
Lou Andreas Salomé

Vielleicht wäre die „kleine Wahrheit“ aus dem Kult-Buch "Zarathustra" des Philosophen Friedrich Nietzsche, diese "böse Handlungsanleitung für gekränkte frauenbesuchende Männer nie geschrieben worden, hätte er nicht das Mädchen getroffen, dem er jetzt mit so starken Absichten entgegengeht.", schreibt die auf erstklassige Künstlerbiografien spezialisierte Kerstin Decker. Das Mädchen ist die 21-jährige Lolja Salomé, die dem "Übermenschen", dem "Hochgebirgsdenker" begegnet ist und ihn in einen nahezu magischen Bann zieht. Lou Andreas-Salomé avanciert zu seiner "Glaubensgenossin", seinem "Geschwistergehirn", einer "Inkarnation seines Übermenschenideals".

> Heike Geilen: Autorin ihres Daseins
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14. Maerz '11

Heinrich-von-Kleist-Jahr

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Scheitern als Lebensprinzip, so könnte man kurz Heinrich von Kleists irdisches Schicksal umschreiben. Und diese Maxime unterstrich der berühmte Dramatiker selbst, als er sich zuletzt als „nichtsnütziges Glied der menschlichen Gesellschaft“ bezeichnete. Dabei hatte der 1777 im Frankfurt/Oder geborene Dichter die besten Voraussetzungen für eine gesellschaftliche Karriere; er kam aus einer einflußreichen pommerschen Familie, ausgestattet also mit dem besten Pedigree, hatte von Jugend an beste Beziehungen zu einem erlesenen Kreis einflußreicher Politiker des preußischen Staatsapparates. Anfang der 90er Jahre des 18. Jahrhunderts trat er in das das 3. Bataillon des Garderegiments in Potsdam ein, wurde Leutnant; 1797 befreundete er sich mit Ernst von Pfuel, dem späteren preußischen Ministerpräsidenten.

> Stefan Groß: Der postmoderne Heinrich von Kleist
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07. Februar '11

Thomas Glavinics "Lisa"
bei Hanser erschienen

Direkt, offen, mit einem Hang zu wunderbar bizarrem Humor und immer ein bisschen kryptisch... Genau so liest sich ein echter Glavinic. Sein Protagonist ist, wie schon in "Die Arbeit der Nacht", seinem großartigen Roman aus dem Jahr 2006, wieder einmal allein. Fast allein. Nur seinen achtjährigen Sohn hat er bei sich, in dieser abgeschiedenen Berghütte, in die er sich zurückgezogen hat, in die er geflüchtet ist. Irgendetwas lauert da draußen auf ihn, eine unbestimmte Gefahr, eine brutale Serienmörderin, der man den Namen Lisa gibt und die ihr Unwesen auf der ganzen Welt treibt. DNA-Spuren dieser Frau sind im Lauf vieler Jahre nahezu bei allen Verbrechen gefunden worden. Nun scheint sie es auf ihn abgesehen zu haben. Die Anzeichen mehren sich. Die Paranoia wächst.

> Intelligenter Wüstling und Leidender am Gesamtzustand der individuellen Unerträglichkeit
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18. Januar '11

Laudatio von Norbert
Lammert auf Cees Nooteboom

Unter den Literaturpreisträgern der Konrad-Adenauer-Stiftung stammt ganz sicher nicht zufällig ein großer Teil aus Ost- und Ostmitteleuropa oder aus der ehemaligen DDR. Mit Cees Nooteboom ist nun erstmals ein Autor eines westeuropäischen Nachbarlandes Literaturpreisträger der Stiftung. Ein Jahr nach Uwe Tellkamp und seiner Innenansicht auf zwanzig Jahre deutsche Einheit nun die Außenansicht eines westeuropäischen Nachbarn auf Deutschland. Cees Nootebooms herausragendes literarisches Werk hat eine auffällige europäische Dimension, die politisch wie kulturell von großer Bedeutung ist, jenseits von Ideologien und verengenden Weltanschauungen. Er gehört zu den Intellektuellen unserer Gegenwart, die den Wert unseres kulturellen Erbes kennen und davon literarisch Zeugnis ablegen.

> Norbert Lammert: Das Paradies ist nebenan. Europa und die folgenden Geschichten.
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09. Dezember '10

Martin Walser über seine
Erfahrungen mit Nietzsche

Als ich meinen Computer fragte, wie oft Nietzsche bei mir vorkomme, antwortete er: 732 Mal. Ich darauf: Das könnte mich interessieren. Und er bediente mich bzw. mein Interesse. Bald genug merkte ich, daß ich nie etwas über Nietzsche gesagt oder geschrieben habe. Ich hatte nie eine Meinung über Nietzsche. Es war immer ein begriffloser Umgang. Ich habe Nietzsche brauchen können. Geglaubt, daß ich ihn brauchen könne. Wie das vor sich ging, ist hier noch einmal festgehalten. Es waren Anrufungen. Bezeichnend ist schon, in wie verschiedenen Problem-Augenblicken ich ihn angerufen habe. Zitiert auch, aber noch öfter angerufen als zitiert.

> Nietzsche lebenslänglich
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02. November '10

Haruki Murakamis "1Q84"

Für seine surreale Beschreibung einer dystopischen Welt ist Haruki Murakami schon lange bekannt. Gefühlsmäßig verarmte und vereinsamte Menschen, mitunter Gewalt, Paralleluniversen, deren Grenzen zur realen Welt fließend und daher von dieser kaum zu unterscheiden sind, durchziehen das gesamte Oeuvre des japanischen Autors. Sein neuestes Werk bildet hierbei keine Ausnahme. Mit „1Q84“ bezieht er sich zudem auf George Orwells Zukunftsroman „1984“.

> Schicksalsgemeinschaft oder Diese Welt gibt es nicht mehr
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17. November '10

Denker des Realismus:
Lew Tolstoi (1828-1910)

Daß der Ruhm ihm nicht unwichtig gewesen war, daraus hat Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi (Foto), geboren am 9. September 1828, nie einen Hehl gemacht. Und ruhmreich war sein Leben, von den Anfängen im Krimkrieg bis hin zu den erfüllten Tagen auf seinem Gut Jasnaja Poljana. Bereits mit seinen literarischen Skizzen, den „Sewastopoler Erzählungen“ öffnete sich für ihn die Tür zum Erfolg. Von Moskau bis ins tiefe Sibirien hinein laß man seine Schriften fortan, vergötterte ihn, den Adligen mit sozialistischen Anschauungen und zuhöchst menschlichen Gefühlen, ihn, der dem Denken Rousseaus sich zutiefst gegenüber verpflichtet wußte, der aus dem Geist der wahren Pädagogik heraus seine Bauern und ihre Kinder zu würdigen Bürgern formen und frommen wollte.

> Vor 100 Jahren starb Lew Tolstoi
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06. Oktober '10

"Wir amüsieren uns zu Tode":
Die Ritualisierung des Privaten

L'Homme Revolté – so viel Camus muß fünfzig Jahre nach seinem Tod sein! Doch wogegen rebelliert der moderne Mensch? Gegen den Verlust seiner Privatsphäre, die er durch den Einbruch der Öffentlichkeit in ihrer Würde und Ansehen gefährdet sieht. Sei es die Vorratsdatenspeicherung Elena oder das krakenartige Netzwerk von Google und seiner geradezu anmaßenden Überwachung der Weltöffentlichkeit. Street-View heißt das Kampfwort der Stunde und die Bedrohung durch diese Gigantomanie zwingt auch Alleskönner wie den „Focus“-Chef Helmut Markwort zur Kapitulation.

> "Wir amüsieren uns zu Tode" – Das Internet frißt seine Kinder
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06. Oktober '10

Das Kreuz mit dem C

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Foto: Butzon & Bercker

Das C der CDU - es ist ein Kreuz mit diesem Buchstaben geworden, der für so viel Anspruch steht. Viele wenden sich enttäuscht ab von einer Partei, die für christliche Grundwerte stehen will. Wofür steht dieses C heute noch? Wofür darf es stehen? Ist es Hindernis auf dem Weg in die Moderne? Nur schmückendes Beiwerk für Festtagsreden? Wird es zur Herausforderung für Politiker und Bürger? Martin Lohmann, Moderator, politischer Journalist und Querdenker, geht diesen Fragen mit Leidenschaft nach. Dabei kommt der überzeugte Christ und Buchautor zu verblüffenden Antworten.

> Wie christlich ist die Union?
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06. Oktober '10

Sigmund Freud und die
Frage nach der Dichtung

Uns Laien hat es immer mächtig gereizt zu wissen, woher diese merk­würdige Persönlichkeit, der Dichter, seine Stoffe nimmt – etwa im Sinne der Frage, die jener Kardinal an den Ariosto richtetet – und wie er es zustande bringt, uns mit ihnen so zu ergreifen, Erregungen in uns her­vorzurufen, deren wir uns vielleicht nicht einmal für fähig gehalten hätten. Unser Interesse hiefür wird nur gesteigert durch den Umstand, daß der Dichter selbst, wenn wir ihn befragen, uns keine oder keine befriedigende Auskunft gibt, und wird gar nicht gestört durch unser Wissen, daß die beste Einsicht in die Bedingungen der dichterischen Stoffwahl und in das Wesen der poetischen Gestaltungskunst nichts dazu beitragen würde, uns selbst zu Dichtern zu machen.

> Der Dichter und das Phantasieren
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06. Oktober '10

Katholische Intellektuelle im 20. Jahrhundert

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Ob in Philosophie, Literatur, Bildenden Künsten, Publizistik oder Politik – katholische deutsche Intellektuelle haben die geistige Landschaft des 20. Jahrhunderts wesentlich mitgeprägt. Sie stellten Fragen an die Zeit und ihre Mitmenschen, die anderen nicht einfielen oder die sie nicht zu stellen wagten. Hans-Rüdiger Schwab hat 39 Porträts ganz unterschiedlicher Männer und Frauen – Laien allesamt – zusammengestellt, die den großen Spannungsbogen katholischen Geisteslebens im 20. Jahrhundert widerspiegeln.

> Der non-konforme Katholik
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29. September '10

Wo waren Sie diesen Sommer?
Über die Kunst des Reisens

Der Sommer ist die abendländische Reisezeit schlechthin. Studenten strömen mit Rucksäcken in alle Welt und wer es sich als Berufstätiger oder Arbeitsloser leisten kann, nimmt sich Urlaub, um etwas von der Welt zu sehen oder zumindest vom eigenen Garten. Reisen ist aber nicht gleich reisen. Um von der Kunst des Reisens sprechen können, muss man zuallererst die Dinge erwähnen, die der Kunst des Reisens abträglich sind bzw. die Kunst des Reisens erschweren. Der Begriff Tourismus“ ist zum Überbegriff des Reisens geworden, obgleich im Deutschen noch im 20. Jahrhundert der Terminus „Fremdenverkehr“ gebräuchlicher war.

> Die Kunst des Reisens
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22. September '10

Von der Natur und den
ungewollten Ähnlichkeiten

Was mich immer tief alteriert hat, das ist die Selbstverständlichkeit, mit der die meisten Menschen ihr Gesicht tragen. Gefiel mir eines oder das andere nicht, so kam, wie um das Maß voll zu machen, die Beschönigung eines unbeteiligten Dritten dazu: der Mann könne doch für sein Gesicht nicht. Kein Standpunkt ist haltloser. Denn die Verantwortung, die einer für seine Nase übernimmt, ist mindestens so begründet wie die, die er für seine politische Oberzeugung trägt. Für die politische Überzeugung kann der Mensch in den meisten Fällen überhaupt nicht verant­wortlich gemacht werden, da sie ihm von Geburt oder durch fehlerhafte Erziehung, durch mitgebrachte Schwäche der geistigen Veranlagung oder durch das verderbliche Beispiel der Umgebung anhaftet.

> Von den Gesichtern
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17. August '10

Vierzehn Knoten bis Greenwich:
Das Leben der Lasker-Schüler

Viele Schriftsteller - so auch Johann Wolfgang von Goethe - fassten die Lust und den positiven Bildungseffekt einer Reise in Worte: "Die Reise gleicht einem Spiel; / es ist immer Gewinn und Verlust dabei, / und meist von der unerwarteten Seite; / man empfängt mehr oder weniger, als man hofft. / Für Naturen wie die meine ist eine Reise unschätzbar: / sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet." In Olli Jalonens neuem Roman, der für den Finlandia Prize nominiert war und dessen Werk nun erstmals kongenial von Stefan Moster ins Deutschen übertragen wurde, geht es gleichfalls um eine Reise oder eher um einen Wettbewerb, einen sehr ungewöhnlichen noch dazu.

> Die Schlange beißt sich in den Schwanz
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14. August '10

Pure Lust am Schreiben:
Die "Verbrechen" von Schirach

Der 1964 in München geborene Promi-Rechtsanwalt Ferdinand von Schirach, der unter anderem auch Günter Schabowski im sogenannten Politbüroprozeß verteidigte, schreibt, wie er nun bekannte, seine Geschichten aus reiner Freude. Bekannt wurde er mit seinem Erzählband "Verbrechen" 2009 und mit seinem neuen Buch "Schuld". Auch wenn Schirach Mörder und Vergewaltiger in seinem Arbeitsalltag verteidigt, sieht er sich nicht schuldig, hat kein schlechtes Gewissen, das er sich von der Seele schreiben müßte. In einen Prozeß nicht eingreifen zu können, wie es etwa bei Gerichtsreportern der Fall ist, würde der Enkel von NSDAP-Reichsjugendführer Baldur Benedikt von Schirach nicht ertragen.

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12. August '10

Die Notwendigkeit tragischen Denkens

Dieser Essay behandelt die These, dass eine Renaissance des tragischen Denkens in unserer abendländischen Kultur notwendig ist und dieses Denken allein die nötige Schlagkraft hat, um den Vigor des Abendlandes neu zu entfachen, welcher in Zeiten der gegenwärtigen Wirtschaftskrise besonders leidet.

> Die Notwendigkeit tragischen Denkens in Krisenzeiten
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11. August '10

Christa Wolfs "Stadt der Engel"

Christa Wolf erhält den Uwe-Johnson-Preis. Das neue Buch der 81-Jährigen, "Stadt der Engel" sei "ein faszinierendes Netzwerk, in dem die Ich-Erzählerin einmal mehr alltägliche Begebenheiten, Gefühle und Erinnerungen verwebt," hieß es zur Begründung von der Jury. Der "Nordkurier" aus Neubrandenburg vergibt den mit 12.500 Euro dotierten Preis gemeinsam mit der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft alle zwei Jahre.

> Christa Wolf: „Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr.Freud“
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04. Juli '10

Der Papst und die Piusbrüder

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Wie sehr der Fall der Pius-Brüderschaft nicht nur zu innerkirchlichen Anfeindungen führte, sondern mit der Kritik der Bundeskanzlerin an Papst Benedikt XVI. auch zu politischen, ist allerorten gegenwärtig. Eine ganze Bibliothek läßt sich mit zu diesem Thema kontrovers und hitzig geführten Debatten und Publikationen mittlerweile füllen. Gleich mit zwei Neuerscheinungen, genauer: mit einer neuen und einer zweiten und neu eingeleiteten Auflage, wartet der Verlag Butzon und Bercker zum Thema Pius-Brüderschaft und Liturgiereform auf.

> Der Papst und die Pius-Brüderschaft
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Werte schaffen Werte:
Warum wir Studiengebühren brauchen!

(Thomas Goppel)

Stefan Groß: Herr Dr. Goppel, ich zitiere Sie: „Erst Bildung eröffnet dem Menschen Chancen für ein Leben in Freiheit, Selbstentfaltung und Verantwortung.” Wenn Bildung ein Gut erster Klasse ist, widerspricht dem nicht, dass ...

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Am Rande der Wildnis oder: Auf dem kürzesten Weg zu den Sternen

(Heike Geilen)

"In Christchurch hatte ein Junge mit dem Revolver seines Vaters einen Freund erschossen. An der Nordküste waren drei Dutzend Grindwale gestrandet und erstickt, und drei von fünf Besatzungsmitgliedern waren ertrunken, nachdem ein Fischkutter ...

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"Ich sollte eine vielgestaltige Lektüre sein / Selbst für mich!" (Fernando Pessoa)

(Heike Geilen)

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Fühlen oder Verdrängen

(Heike Geilen)

Im Frühjahr 2010 wurde die niederländische Schriftstellerin, klassisch ausgebildete Pianistin und Psychoanalytikerin Anna Enquist gefragt, ob sie an einem Projekt des Klinikums der Freien Universität Amsterdam mitarbeiten würde, das sich ...

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Visuelles Geräuschdesign oder Wo sind die Momente?

(Heike Geilen)

"Als Kind war ich schlampig, unfähig, die Dinge zusammenzuhalten, dabei unkorrigierbar selbst durch den Satz: 'Du wirst in deinem Leben noch bittere Tränen vergießen über deine Unordnung.' Der Satz blieb ...

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"Alles ist nicht Gold, was gleißt, manchen in Gefahr es reißt."

(Heike Geilen)

"Der Kaufmann von Venedig" gehört zu Shakespeares bekanntesten, aber auch zu seinen problematischsten, vieldeutigsten und höchst polarisierenden Stücken. Der heiteren und romantischen Rahmenhandlung wegen gilt es nach wie vor als Komödie. Doch die gegenläufigen ...

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Wirklichkeitssplitter - Scherben - Weltvermehrung im Meer der Erinnerung

(Heike Geilen)

"Der denkende Mensch zermartert ächzend sein Gehirn, er weiß, dass seine Erwägungen immer nur Möglichkeiten und keine Gewissheiten ergeben werden, dass andere Betrachtungen alles wieder in Frage stellen werden, er ...

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Peter Rühmkorf - Ein Poet mit viel Puste

(Heike Geilen)

Wünsch mir im Himmel einen Platz (auch wenn die Balken brächen) Bei Bellmann, Benn und Ringelnatz Und wünschte, dass sie einen Satz In einem Atem sprächen: nimm Platz! Dieses Gedicht von Peter Rühmkorf könnte auch ...

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Grenzüberschreitungen oder Die Zeit und die Ewigkeit

(Heike Geilen)

Wie fühlt es sich an, "wenn das Hörbare und das Unhörbare, das Ferne und das Nahe, das Innere und das Äußere, das Tote und das Lebendige gleichzeitig da wären, keines wäre über dem ...

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Gefühlsausführlichkeiten im Nähe-Glück oder doch nur Dekorateure des Nichts

(Heike Geilen)

"Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle ...

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„Wofür stehst Du?“- Giovanni di Lorenzo fragt, sucht und findet Antworten - Ein Leseabend mit dem ZEIT-Chefredakteur im Münchner Lustspielhaus

(Liane Bednarz)

Das Lustspielhaus unweit der Münchner Freiheit ist eine Kleinkunstbühne, ein Kabarett im Herzen Schwabings. Hier sitzt man an Tischen und diniert vor der Vorstellung. Axel Hacke, der zusammen mit Giovanni di Lorenzo den 2010 erschienenen Bestseller „Wofür stehst Du?“ geschrieben hat, tritt hier monatlich auf. An diesem Abend im August aber ist di Lorenzo zu Gast. Um aus dem gemeinsamen Werk zu lesen. Das klingt vielversprechend, auch wenn der Titel des Buchs zunächst etwas abgegriffen wirkt.

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Dichter der Sintflut, des Weltuntergangs:
Zur DDR-Rezeption Gottfried Benns

(Jörg Bernhard Bilke)

Der Berliner Lyriker Gottfried Benn (1886-1956), der die Jahre 1935/45 als Arzt in der „Wehrmacht“ überstand und mit seinen späten Gedichten in den Nachkriegsjahren zu unerhörtem Ruhm fand, blieb DDR-Lesern ...

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Der ewige Sucher – Heinrich von Kleist (1777-1811)

(Stefan Groß)

Scheitern als Prinzip, so könnte man das Leben des 1777 in Frankfurt an der Oder geborenen Heinrich von Kleist prägnant umschreiben. Dabei hatte der Dichter die besten Voraussetzungen für eine gesellschaftliche Karriere; der ...

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Eine Art literarische Realitätenvermittlung

(Heike Geilen)

"Auslöschung - Ein Zerfall"... ein vernichtender, ein destruktiver Titel, den sich Thomas Bernhard für seinen letzten Roman einfallen lassen hat. Doch wie er selbst gegen Ende des großartigen Buches schreibt, denkt er nicht ...

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Madame de Staël - Deutschland und Frankreich. Der Heimatbegriff einer Intellektuellen am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert

(Annette Seemann)

Anne Germaine Louise de Staël-Holstein, geborene Necker, geboren 1766, gestorben 1817, war eine der ungewöhnlichsten Frauen an der Schwelle des 18. zum 19. Jahrhundert. Wer war sie, eine patriotische Französin, ...

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Zum Tode von Jorge Semprun (10. Dezember 1923 - 7. Juni 2011) - Ein Denker, wie ihn das 21. Jahrhundert so dringend bräuchte

(Lutz Rathenow und Siegfried Reiprich)

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August von Kotzebue

(Annette Seemann)

„Das eigentliche Theatertalent der Deutschen war Kotzebue; er und seine Deutschen, die der höheren sowohl als die der mittleren Gesellschaft, gehörten notwendig zusammen; und die Zeitgenossen hätten von ihm im ...

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Der post-moderne Heinrich von Kleist

(Stefan Groß)

Scheitern als Lebensprinzip, so könnte man kurz Heinrich von Kleists irdisches Schicksal umschreiben. Und diese Maxime unterstrich der berühmte Dramatiker selbst, als er sich zuletzt als „nichtsnütziges Glied der menschlichen ...

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Autorin ihres Daseins

(Heike Geilen)

"Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" Vielleicht wäre die „kleine Wahrheit“ aus dem Kult-Buch "Zarathustra" des Philosophen Friedrich Nietzsche, diese "böse Handlungsanleitung für gekränkte frauenbesuchende Männer nie geschrieben worden, hätte er nicht ...

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"Die Sonne ist vom Himmel gefallen"

(Heike Geilen)

Mit dieser Schlagzeile wartet die Wiener Presse im Jahr 1910 in einer ihren Gazetten auf und deutet damit eine sich anbahnende Sensation in der hiesigen Schachwelt an. Aufsehenerregender konnte das stattfindende Ereignis nicht ...

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Das Paradies ist nebenan. Europa und die folgenden Geschichten.

(Norbert Lammert)

Laudatio auf Cees Nooteboom am 12.12.2010

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Nietzsche lebenslänglich

(Martin Walser)

Als ich meinen Computer fragte, wie oft Nietzsche bei mir vorkomme, antwortete er: 732 Mal. Ich darauf: Das könnte mich interessieren. Und er bediente mich bzw. mein Interesse. Bald genug merkte ich, ...

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Vor 100 Jahren starb Lew Tolstoi

(Stefan Groß)

Daß der Ruhm ihm nicht unwichtig gewesen war, daraus hat Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi, geboren am 9. September 1828, nie einen Hehl gemacht. Und ruhmreich war sein Leben, von den Anfängen im ...

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Anna Seghers, Briefe 1953/83

(Jörg Bernhard Bilke)

Der zweite Band der Briefe von Anna Seghers, vom Jahr des Arbeiteraufstands am 17. Juni 1953 bis ins Jahr ihres Todes 1983, sechs Jahre vorm Untergang des SED-Staates, ist zweifellos ...

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Mario Vargas Llosa - ein politischer Schriftsteller

(Michael Lausberg)

Am 7.10.2010 wurde der Schriftsteller Mario Vargas Llosa mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, der am 10.12. 2010 offiziell verliehen wird. Die Juroren in Stockholm würdigten Vargas Llosa mit der Preisverleihung „für seine Kartographie ...

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Der Dichter und das Phantasieren

(Sigmund Freud)

Uns Laien hat es immer mächtig gereizt zu wissen, woher diese merk­würdige Persönlichkeit, der Dichter, seine Stoffe nimmt – etwa im Sinne der Frage, die jener Kardinal an den Ariosto richtetet – ...

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Von den Gesichtern

(Karl Kraus)

Was mich immer tief alteriert hat, das ist die Selbstverständlichkeit, mit der die meisten Menschen ihr Gesicht tragen. Gefiel mir eines oder das andere nicht, so kam, wie um das Maß voll ...

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Was Kunst können sollte - Ein posthumes Interview mit Antonin Artaud

(Lisz Hirn)

Antonin Artaud kommt 1896 in Marseille zur Welt. Er erwirbt sich im Laufe seines Lebens einen Ruf als Regisseur, Schauspieler und Theatertheoretiker. Ein Interview über die wuchernde Theaterunkultur, gesellschaftlichen Ausstoß und die postmoderne Obszönität ...

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Die Kunst des Reisens

(Lisz Hirn)

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Leben wir in einer mythischen oder logischen Welt?

(Lisz Hirn)

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Zur Erinnerung an Rainer Maria Rilke

(Stefan Groß)

Zaghaft und verspielt kommt das lyrische Frühwerk Rainer Maria Rilkes dem Leser in den Blick, zaghaft die Versuche, jene große Emotionalität zu binden, die in einer Seele schlummert, die noch ungeformt, sich ...

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Heinrich Heine als Journalist

(Stefan Groß)

Gescholten und bewundert, gepriesen und verabscheut, die Facetten der Heineinterpretation sind vielgestaltig. Spektakulär ist Heine auf jeden Fall gewesen, auch wenn sein Abtritt von der Weltbühne vor 150 Jahren alles andere war. Das ...

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Urheberrecht und Hegemann-Wahn

(Bettina Röhl)

Anti-It-Girl Helene Hegemann verletzt offenbar notorisch Urheberrechte Dritter. Ihr Buch, eine etwas verkorkste Ansammlung von Wörtern, ist, unbeschadet dessen dass gerade so etwas von der Rezension zu Kunst erklärt wird, offenbar ein Konglomerat ...

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Prometheus´ Erben. Das Tragische als Schlüssel zur Erneuerung der abendländischen Kultur.

(Lisz Hirn)

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Rassist und Antisemit oder Patriot und Gelehrter?

(Constantin Graf von Hoensbroech)

Die Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald streitet über ihren Namenspatron

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"Schillers Vermächtnis: Kulturelle Bildung" - Grußwort von Bundespräsident Horst Köhler bei der Wiedereröffnung des Schiller-Nationalmuseums am 250. Geburtstag Friedrich Schillers

(Horst Köhler)

"Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei - und wär' er in Ketten geboren". Das ist eine der bekanntesten Sentenzen von Friedrich Schiller - und es ist sozusagen reinster Schiller: ...

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Ciceroni: Cioran, Celibidache. Oder: über Musik.

(Daniel Krause)

Cioran Es herrscht kein Mangel an musikwissenschaftlichen Abhandlungen. Anders verhält es sich mit Musik-Philosophie: Zeitgenössische Ästhetik be­fasst sich viel eher mit Bildender Kunst und Literatur. Sollte die viel be­schwor­ene Sprachferne aller Musik – aller ...

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Nietzsches Zarathustra

(Marco Meng)

Nietzsches Zarathustra ist ein gewaltiges Opus und beeinflusste vielleicht die Geistesgeschichte der Menschheit mehr als jedes andere literarische Werk. Sagte ich, literarisches Werk? Ist es aber nicht vielmehr ein philosophisches? Was offenbart sein ...

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Der schöne Schein aus Wachs. Madame Tussaud feiert in Berlin ihr einjähriges.

(Lutz Rathenow)

„Nein, der macht mir Angst!“ bekräftigt die junge Dame entschlossen und tritt weg von Willy Brandt, mit dem sie sich nicht fotografieren lassen will: „Wer ist denn das eigentlich?“ legt sie nach. ...

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Das Ziel und das Heil des Menschen. Eine Groteske des lautstarken Lebens unweit der Krise

(Ulrich Büchler)

Die Sicherung: das Ziel des Menschen Der einzelne Mensch hat immer ein Ziel. Mindestens eines, sein Minimalziel. Was auch immer er tut, sein Tun ist, sofern es bewusst geschieht, zuerst auf ...

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Zum Gedenken an den Vater der Psychoanalyse: Sigmund Freud - 70. Todestag

(Sophie Bartholome)

„Das Unbewusste ist viel moralischer, als das Bewusste wahrhaben will.“

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De felicitate.

(Lisz Hirn)

Was bedeutet es heutzutage, glücklich zu sein?

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Die Notwendigkeit tragischen Denkens in Krisenzeiten

(Lisz Hirn)

“Car le tragique n´est pas une épreuve parmi beaucoup d´autres, il est l´épreuve par excellence de l´exister comme homme.”[1] (François Chirpaz) Dieser Essay behandelt die These, dass eine Renaissance des tragischen Denkens ...

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Welchen Zweck hat Wahrheit?

(Teresa Tammer)

Essay zu Richard Rortys Solidarität oder Objektivität?

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Antisemitismus und Literatur

(Marcel Reich-Ranicki)

Bettina Röhl im Interview mit Marcel Reich-Ranicki

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Marcel Reich-Ranicki - der große Theaterdonner im deutschen Literaturbetrieb!

(Bettina Röhl)

Reich-Ranicki ist ein großartiger Provokateur und ein verkannter Opportunist. Ein Film zeigt jetzt sein frühes Leben und auch sein Überleben im Warschauer Ghetto. Aus diesem Anlass erscheint hier ein Nachdruck des Interviews der Autorin ...

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Unwissen macht nichts?
Das Prinzip Verantwortung wird 30

(Teresa Tammer)

Vor 30 Jahren erschien ein Buch mit dem Titel: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Der Autor, Hans Jonas (1903-1993), schrieb es als Antwort auf die drängenden Fragen der ...

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Warum Vorlesen wichtig ist

(Lutz Rathenow)

Warum wollen kleine Kinder bestimmte Bilderbücher immer wieder vorgelesen bekommen? Bis sie diese auswendig können. Um diese selbst wieder und wieder durchzublättern und sich plötzlich eine eigene Lesefähigkeit vorzuspielen. Lesefähigkeit bedeutet Denkfähigkeit, sie führt zu Handlungsmöglichkeiten und ist keineswegs nur Ausdruck simpler Anpassung.

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Das geteilte Bilderbuch

(Lutz Rathenow)

Wir reden viel über Pisa und Lesekompetenz, kümmern uns aber beschämend wenig um die ersten konkreten Leseanregungen in Form von Büchern. Wäre unser Interesse an dem, was Kinder zuerst zu lesen bekommen, größer, wäre der diskutierenden Feuilleton-Öffentlichkeit längst ein Problem aufgefallen: der gespaltene deutsch-deutsche Bilderbuchmarkt.

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Ernst Osterkamp: Einsamkeit. Über ein Problem in Leben und Werk des späten Goethe

(Ernst Osterkamp)

In einem mit den Künstlern und dem Publikum seiner Zeit bitter hadernden Rückblick auf die im Jahre 1805, dem Todesjahr Schillers, durchgeführte letzte Weimarische Kunstausstellung hat Goethe die düstere Prognose for­mu­liert: „die Weimarischen Kunstfreunde, ...

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Hilft das Lesen in der Not? Warum unsere Wirtschaftskrise eine Krise der Moderne ist

(Hartmut Böhme)

Vielleicht sind die Reservoirs der westlichen Kulturen erschöpft. Der Mo­tor des Fortschritts und der Ausdifferenzierung scheint ein Auslaufmodell zu sein. Ideenverlassenheit, Welt- und Selbstfremdheit, Traditionsverlust, „das Grauen“ (Joseph Conrad) sind die Stichwörter der Moderne ...

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Die Kunst des Loslassens

(Heike Geilen)

Frido Mann Achterbahn. Ein Lebensweg Rowohlt Verlag, Reinbek (Mai 2008) 383 Seiten, Gebunden ISBN-10: 3498045105 ISBN-13: 978-3498045104 Preis: 19,90 EURO

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Schöngeist, Freiheitskämpfer und Bauer

(Heike Geilen)

Elke Heidenreich Eine Reise durch Verdis Italien. Flieg, Gedanke.. Gekürzte Lesung; Sprecherin: Elke Heidenreich Random House Audio (Oktober 2008) 2 CDs, ca. 146 Minuten ISBN-10: 3866049285 ISBN-13: 978-3866049284 Preis: 19,95 EURO

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Was können wir von Friedrich Schiller lernen?

(Stefan Groß)

Die intellektuelle Welt ist sich einig: Friedrich Schiller bleibt der große Wortführer des 19. Jahrhunderts – auch in Sachen Politik. Er war aber, dies lässt sich nicht bestreiten, kein rein politisierender Philosoph, wenngleich ...

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